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Hochhäuser Frankfurt Zwei Scheiben für die Marieninsel

Das Bankenviertel in Frankfurt wird um ein Hochhaus reicher. Hochtief Projektentwicklung will die Hochhauskette entlang des Anlagenrings um zwei schmale, sich überlagernde Büroscheiben erweitern. 2017 soll der Doppelturm fertig sein.

Neues Hochhaus Taunusanlage 9/10, aus Richtung Deutscher Bank gesehen. Foto: Müller Reimann Architekten

Das nächste Hochhaus im Bankenviertel kündigt sich an. Wo die Fahrbahn der Taunusanlage von der Mainzer Landstraße nach Süden abknickt, will Hochtief zwei schmale, sich überlagernde Büroscheiben von rund 140 Metern Höhe hinstellen. Der Entwurf der Berliner Architekten Thomas Müller und Ivan Reimann ist in einem Gutachterverfahren ausgesucht worden. Der Doppelturm soll 2017 fertig sein.

Es handelt sich um einen Standort, der als „Marieninsel“ im Hochhaus-Rahmenplan ausgewiesen ist. Pläne, dort bis zu 250 Meter hoch zu bauen, sind über die Jahre in die Schubladen gewandert. Der Neubau soll seine Schauseite an den Adressen Taunusanlage 9 und 10 haben, wo heute zwei etwa 30 Jahre alte Zweckbauten überwiegend leerstehen. Zur Mainzer Landstraße hin will der Bauherr ein achtgeschossiges Bürohaus anfügen.

Der Jury-Vorsitzende Carl Fingerhuth lobte am Freitag den „unaufgeregten, ruhigen Entwurf“. Frankfurt habe es nicht mehr nötig, sein Alleinstellungsmerkmal als Hochhausstadt durchzusetzen, das sei geschafft. Man könne sich also mit „der Ausstrahlung des einzelnen Hauses“ befassen.

An der Rückseite des Areals, wo die Marienstraße verläuft, sollen Flächen für ein Lokal freigehalten werden, dessen Türen zu einem kleinen öffentlichen Platz aufgehen. Für größeren Freiraum reiche das Grundstück nicht aus, sagte Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) bei der Vorstellung. In dem Gutachterverfahren standen die Entwürfe von acht Architekturbüros zur Auswahl. Den Maßstab für die Höhe der Büroscheiben habe man dabei „im Stadtmodell genau untersucht“, sagte Cunitz. Jetzt gelte es, das Gebäude im Bebauungsplanverfahren zu beurteilen. Auch, was die mögliche Verschattung der Nachbarn angehe.

„Jetzt schon begehrt“

Die Nachfrage nach neuen Bürohäusern sei da, sagte Markus Brod, Leiter der Niederlassung Rhein Main der Hochtief Projektentwicklung: „Die Flächen sind schon jetzt begehrt.“ Investoren suchten nach Anlagemöglichkeiten, und zwar mitten in der Stadt. Die vielen leerstehenden Büroetagen, gerade an der Mainzer Landstraße, würden zunehmend umgenutzt, etwa als Hotels. Der Geschäftsführer sagte zu, gemäß der Auflage der Stadt auch Wohnungen zu bauen. Auch diese Forderung lasse sich nicht auf dem Hochhaus-Areal erfüllen, also werde Hochtief „im angrenzenden Bahnhofsviertel Gebäude mit ungenutzten Büros erwerben“.

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