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Hitze in der Stadt Frankfurt fehlt es an Frischluft

Frischluftschneisen, Entsiegelung von Plätzen, eine andere Stadtplanung: Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) will Konsequenzen aus dem heißen Sommer ziehen.

Trockenheit in Frankfurt am Main
Szene aus „Die Wüste lebt 2“? Nein, Sommer 2018 am Main. Foto: dpa

Draußen hatte es immer noch mehr als 30 Grad, als Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) am Donnerstag im Plenarsaal des Römers eine Bilanz des Sommers zog. Bisher habe es in Frankfurt 86 Tage mit Temperaturen von mehr als 25 Grad gegeben und 36 Tage, an denen das Thermometer mehr als 30 Grad zeigte. Damit sei dieser Sommer im Durchschnitt heißer als der „Jahrhundertsommer“ 2003. In der Natur seien Langzeitschäden zu erwarten, die erst in drei bis fünf Jahren sichtbar würden. Die Zahl der Menschen, die wegen Problemen mit der Hitze in die Klinik mussten, sei stark gestiegen.

Das alles ließ Heilig zahlreiche Forderungen aufstellen. Stadtteile, die sich zu sehr aufheizten, müssten komplett umgestaltet werden. „Wir müssen Plätze wieder entsiegeln“, sagte sie. Grundlage der Stadtplanung müsse der Klimaplanatlas sein, der aufzeigt, wie sich die Temperaturen in Frankfurt entwickeln. Gleichzeitig forderte sie mehr Trinkwasserbrunnen.

Heiligs Ausführungen führten zu einer Debatte über den geplanten Stadtteil im Nordwesten. Es sei ein großer Fehler, Frischluftschneisen zu bebauen, sagte Patrick Schenk (BFF). Auch Jutta Ditfurth (Ökolinx) sagte, das „sozialdemokratische Credo“, jede mögliche Fläche zu bebauen, müsse der Vergangenheit angehören. Heilig zeigte Verständnis für diese Argumente, sprach aber auch von einer guten Zusammenarbeit mit Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Kein Verständnis habe sie für Vorschläge, grüne Flächen wie den Zoo an den Stadtrand zu verlegen, um in der Innenstadt Wohnungen zu bauen.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) stellte indes fest, dass die Wasserversorgung auch in den kommenden Jahren gesichert sei – allerdings nur mit Hilfe aus dem Umland. Frankfurt selbst könne nur ein Fünftel seines Trinkwasserverbrauchs in die Leitungen einspeisen.

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