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Hilmar Hoffmann Feierstunde für Hilmar Hoffmann

Große Worte: Beim Gedenken an den einstigen Kulturpolitiker versprechen die anwesenden Politiker, die Kultur in Frankfurt in seinem Sinn weiter zu fördern.

Trauerfeier Hilmar Hoffmann
Peter Iden bei seiner Rede vor dem Bild des Toten. Foto: Peter Jülich

Sie hätte ihm gefallen, diese Feier. Denn Hilmar Hoffmann hasste Zeit seines Lebens falsches Pathos und aufgesetztes Getue. Und der Gedenkstunde der Stadt Frankfurt für den verstorbenen Kulturpolitiker fehlt zum Glück beides. Es ist auch weniger ein Akt der Trauer, der da vollzogen wird im Saal des Schauspiels. Es geht um den Blick nach vorne. Positiv und warnend zugleich. 

„Es geht jetzt darum, dieses Erbe zu retten und fortzuführen – mutiger Optimismus soll weiterhin die Leitlinie sein“, verspricht Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Und der Oberbürgermeister zitiert gar den langjährigen Frankfurter Kulturdezernenten mit den Worten: „Die Utopie liegt nicht an einem fernen Ort in der Zukunft – die Zeit der Utopie ist jetzt und ihr Ort ist hier!“ 

Leider ist der Beifall von mehreren Hundert Zuhörern an diesen Stellen jeweils nur schütter. Man wird die Frankfurter Kulturpolitik in den nächsten Jahren darauf abklopfen müssen, ob erfüllt wird, was dieser Abend verspricht. „Wir wollen das Vermächtnis von Hoffmann schützen und mehren“, sagt der OB zu. Und konkretisiert dann, was damit gemeint ist: „Die Weiterentwicklung des Museumsufers“ etwa mit dem Romantikmuseum, das 2020 am Großen Hirschgraben eröffnen soll. Feldmann spricht aber auch davon, „die Städtischen Bühnen in Angriff zu nehmen“, also endlich die Frage zu beantworten, was aus der baulich maroden Theater-Doppelanlage werden soll. Opernintendant Bernd Loebe und Schauspielintendant Anselm Weber hören es in der ersten Reihe. Und alle anderen in den Reihen dahinter. 

Die Kulturdezernentin würdigt Hilmar Hoffmann als einen, der „vorangegangen ist im Geist der Emanzipation und des Experiments“. Als einen „begnadeten Geldeintreiber, dessen Charme sich wenige entziehen konnten“. Und sie begrüßt den CDU-Politiker, der in den 80er Jahren als Stadtkämmerer Hoffmann politisch den Rücken freihielt und ihm das nötigen Geld zur Verfügung stellte – den mittlerweile 96-jährigen Ernst Gerhardt. Beifall brandet auf. 

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