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Hessnatur Frankfurt Ökomode für gebildete Frauen

Hessnatur will raus aus der Nische und auch die modebewusste Kundin gewinnen. Das Unternehmen setzt daher auf die gebildete Frau mit hohem Einkommen und ökologischem Gewissen. Viel Potenzial sieht Hessnatur in Frankfurt.

Marc Sommer, Geschäftsführer von Hessennatur, im ersten Laden in Frankfurt. Foto: Alex Kraus

Hessnatur will raus aus der Nische und auch die modebewusste Kundin gewinnen. Das Unternehmen setzt daher auf die gebildete Frau mit hohem Einkommen und ökologischem Gewissen. Viel Potenzial sieht Hessnatur in Frankfurt.

Sie ist Mitte 40, hat Abitur und Studium, gehobenes Einkommen und ein soziales und ökologisches Gewissen. So beschreibt Marc Sommer, Geschäftsführer des Ökomoden-Herstellers Hessnatur aus Butzbach, die typische Kundin. In Frankfurt sieht er viel Potenzial bei dieser Zielgruppe – ein Grund dafür, dass in attraktiver Lage in der Nähe der Hauptwache der erste Laden eröffnen wird, der mit neuem Konzept speziell auf modebewusste Frauen zugeschnitten ist.

Überdurchschnittliche Wachstumsrate

Bisher gibt es in Deutschland außer am Sitz in Butzbach nur in Hamburg und München Läden, in denen großflächig fast das gesamte Sortiment, also auch Herren- und Babymode, angeboten wird. Die neuen Shops, denen bald weitere folgen sollen, sind kleiner und konzentrieren sich auf Damenmode, Accessoires sowie Heim- und Badtextilien. Das sind Bereiche des Unternehmens, die überdurchschnittliche Wachstumsraten verzeichnen.

Produktdesign und Markenauftritt, sagt Sommer, seien die beiden Kernthemen, an denen das Unternehmen intensiv arbeite. Ein „niedriger einstelliger Millionenbetrag“ werde dafür investiert. Dazu gehöre auch ein neuer Internetauftritt ab kommendem Sommer, denn auch Hessnatur verkauft wie andere Versandhändler inzwischen mehr Ware über das Internet als über Kataloge.

Das Bewusstsein für nachhaltige Herstellung von Kleidung, sagt Sommer, sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Höchste Zeit also, das 1976 gegründete Unternehmen „aus der Nische“ herauszuführen. Dazu müsse Ökomode zeitgemäß daherkommen, modisch, schick, als Ausdruck von Lebensstil. Diesem Prinzip folgt die Gestaltung des 250 Quadratmeter großen Ladens: helle Holzmöbel, Pastelltöne, alles aus nachhaltigem Material, wie Sommer betont. Eine Theke aus Stampflehm in elegantem Grau, Mikrobeton am Boden, dazu nachhaltig erzeugte Kacheln und Sessel aus recyceltem Material.

Keine Ausbeutung

Von einer herkömmlichen Boutique unterscheidet sich der Laden durch Infotafeln, die über Herkunft der Rohstoffe, Lieferanten und Verarbeitungsmethoden Auskunft geben. Auf einer Weltkarte mit vier Monitoren können Kunden den Herstellungsweg ihrer Kleidung verfolgen. Zu 99 Prozent, sagt Sommer, könne er garantieren, dass kein Arbeiter in dieser Kette ausgebeutet werde.

Nachdem das Unternehmen bei der Ökologie schon früh führend gewesen sei, habe es auch bei Sozialstandards „fast alles erreicht“. Befürchtungen, dass der Schweizer Investor Capvis, der das Unternehmen 2012 gekauft hatte, die Standards drücken würde, seien nicht eingetreten, sagt Sommer. Damals gab es viele Diskussionen, auch, weil eine Mitarbeiter-Genossenschaft die Geschäfte übernehmen wollte. Inzwischen sei Ruhe eingekehrt. Vergangenes Jahr sei ein Kundenrat gewählt worden, der Einblick in die Geschäfte nehmen könne, sagt Sommer: „Wir haben ein hohes Maß an Transparenz.“

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