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Hessischer Filmpreis Der Alleskönner und die Neue

Beim Hessischen Film- und Kinopreis erhält der Schauspieler Ulrich Tukur den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU). Als Newcomerin wird Jasna Fritzi Bauer geehrt.

Hessischer Filmpreis
Ulrich Tukur erhält von Ministerpräsident Volker Bouffier den Ehrenpreis. Foto: Sophie Schüler

Wenn man ihn trifft, ist er sehr höflich, witzig und fern von „Hallo, ich bin’s, der Fernsehstar“. Dabei könnte Ulrich Tukur ganz schön abgehoben sein: Der 60-Jährige spielt nicht nur seit 2010 den „Tatort“-Ermittler Felix Murot, sondern kann auch Theater, dreht Kinofilme, macht Musik, schreibt Bücher. Für seine Schauspielkunst hat er schon sehr, sehr viele Preise gewonnen. Und gestern, am Freitagabend, dem 13., hat er noch einen mehr dazubekommen. Der in Viernheim geborene Schauspieler erhielt den diesjährigen Ehrenpreis des Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) beim Hessischen Film- und Kinopreis.

„Tukur ist ein Allrounder, stets sicher im Takt, und nichts bringt ihn dabei aus dem Rhythmus“, begründete Bouffier seine Wahl. Nicht zuletzt in der Rolle des bekannten Frankfurter Zoodirektors „Grzimek“ habe er gezeigt, „wie eindrucksvoll und feinsinnig er sich in die Charaktere, die er vor der Kamera verkörpert, hineinversetzen kann“, sagte Bouffier.

Auch Hollywood ist Tukur nicht fremd: So spielte er dort schon an der Seite von George Clooney in „Solaris“ (2002), oder er überzeugte als Oberleutnant im oscarprämierten DDR-Drama „Das Leben der Anderen“ (2006). Und was weiß man sonst noch über ihn? Er mag seinen Geburtstag nicht sonderlich und auch keine Smartphones. Auf Instagram wird man ihn also vergeblich suchen. Mit seiner zweiten Frau lebt er in Venedig, aus der ersten Ehe hat er zwei erwachsene Töchter.

Der Newcomer-Preis, mit einem Preisgeld von 7500 Euro verbunden, wurde zum ersten Mal vergeben und ging an die 1989 in Wiesbaden geborene und auch dort aufgewachsene Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer. Das Wort Newcomerin trifft auf die 1,58 Meter große und viel jünger aussehende Schauspielerin nur bedingt zu. Gerade in diesem Sommer war sie als schräge 16-jährige Berlinerin Mifti im Kinofilm „Axolotl Overkill“ nach dem Skandalroman von Helene Hegemann zu sehen. Darin kokst, knutscht und kotzt sie und bekam für ihre Darstellung sehr viel Lob. Bauer überzeugte aber auch am Wiener Burgtheater oder im Frankfurter „Tatort“ „Land in dieser Zeit“ als Nazimädchen.

Als Teenie träumte Bauer davon, Musicalstar zu werden. Dann aber bewarb sie sich an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin. Schon während des Studiums spielte sie in Kinofilmen und gewann Nachwuchspreise. „Jasna Fritzi Bauer ist eine der ausdrucksstärksten und begehrtesten Jungschauspielerinnen ihrer Generation. Ihre Darstellung von problematischen Jugendlichen sucht ihresgleichen“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein, der die Preisträgerin bestimmt hat.

„Happy, happy, happy times“, schrieb sie auf Facebook, als sie davon erfuhr. Auf die Frage der „Zeit“, wie es sei, mit 28 Jahren die ewige 16-Jährige zu spielen, antwortete sie: „Es langweilt mich. Ich möchte nicht noch zehn Jahre lang Jugendliche spielen.“ Und sonst? Bauer lebt mit ihrem Jack-Russell-Terrier in Berlin, und zum Einschlafen schaut sie zwei Folgen der Serie „Friends“. Wenn sie mit der zehnten Staffel fertig sei, fange sie von vorne an.

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