Lade Inhalte...

Heißer Sommer Besucherrekord für Badeseen

Über 400.000 Menschen haben in diesem Sommer den Langener Waldsee und das Freibad an der Teichstraße besucht.

Langener Waldsee
Schon Ende Mai war am Langener Waldsee wegen des schönes Frühjahrs so einiges los. Foto: Renate Hoyer

Der heißeste Sommer seit langem bedeutet für die Badeseen in der Umgebung Rekordzahlen. „Wir hatten ein exorbitant außergewöhnliches Jahr“, sagt Joachim Kolbe, Geschäftsführer der Bäder- und Hallenmanagement (BaHaMa) Langen GmbH. Über 400 000 Menschen besuchten den Langener Waldsee und das Freibad an der Teichstraße, deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Normalerweise rechne die BaHaMa mit fünf heißen Wochenenden. In diesem Jahr habe man aber doppelt so viele gehabt.

„Wir sind fast schon froh, zuzumachen“, sagt Kolbe. Er denkt dabei insbesondere an die Beschäftigten der Bäder. Von Schwimmeisterinnen und Schwimmmeistern über ehrenamtlich Tätige bis hin zu den Menschen an der Fritteuse – alle haben eine arbeitsreiche Saison hinter sich. Glücklicherweise hat sich kein Badegast ernsthaft verletzt. Zweimal haben die Lebensretterinnen und Lebensretter erfolgreich reanimiert und gezeigt, dass sie vorbereitet sind.

Rettungseinsatz im August 

Mitte August kam es am Langener Waldsee zu einem Fehlalarm, als ein Mann seine Frau für vermisst erklärte. Der Badebetrieb endete, bis abends suchten DLRG-Kräfte nach der Vermissten. Schließlich meldete sie sich selbst bei der Polizei – sie habe den See im Streit verlassen, ohne ihren Mann zu informieren. „Der Einsatz hat aber gezeigt, dass die Mechanismen greifen“, sagt Joachim Kolbe.

Die Bäderinfrastruktur in Deutschland sei einzigartig, vielleicht sogar weltweit. „Versuchen Sie mal, in New York ins Hallenbad zu gehen – das gibt es nicht.“ Das schätzten die Menschen und sei alles andere als selbstverständlich. Der heiße Sommer bringt auch ungeahnte Vorteile. „Eine Beckenheizung konnten wir uns dieses Jahr sparen“, sagt Kolbe.

Das Freibad kann bei Bedarf bis Ende September offen bleiben, allerdings nur bei unerwarteter Hitze. Zudem öffnet das Hallenbad am 17. September. Somit können Badegäste nahtlos weiterschwimmen. Die BaHaMa geht dank annähernd schwarzer Zahlen mit Rückenwind in die neue Saison, auch gegenüber der Politik.

Brand in Nieder-Roden 

In Nieder-Roden begann das Jahr mau. Im März brannte das Hauptgebäude des Strandbads Rodgau samt Kassen, WCs, Waschraum und Lagerfläche. Daher konnte das Bad erst Mitte Juni in die Saison starten. „Es ist schade, dass wir den heißen Mai nicht mitnehmen konnten“, sagt Fachbereichsleiter Thomas Dursun. Trotzdem habe das Bad schon jetzt über 180 000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet. Die Stadt könnte notfalls bis Ende September auflassen. Planmäßig soll der Baggersee aber am 16. September schließen. In zwei bis drei Jahren soll ein neues Wachgebäude entstehen. Bisher stehen noch zehn provisorische Container auf dem Gelände. Die Stadt hat diese für 85 000 Euro gekauft. Bürgermeister Jürgen Hoffmann sagte der „Offenbach-Post“ im Juni, dass das günstiger sei, als die Container zu leihen. Glücklicherweise hat sich in diesem Sommer kein Gast ernsthaft verletzt. Oft seien Rettungskräfte wegen Krämpfen ausgerückt.

 Doch die anhaltende Hitze hat auch Schattenseiten. Laut BUND wurden in nur einem Monat deutlich mehr Badewarnungen wegen Blaualgen ausgesprochen als 2017 insgesamt. Insbesondere Kleinkinder und Menschen mit schwachem Immunsystem sollten belastete Gewässer meiden. In Hessen wurden Allergiker im August vor dem Baden im  Schultheis-Weiher wegen vermehrter Blaualgen gewarnt. Im Guckaisee in Poppenhausen kam es zu einer starken Blaualgenentwicklung bei geringer Sichttiefe. Anfang August warnte das Gesundheitsamt Kassel vor Blaualgen im BUGA-See, bis heute rät es dort vom Baden ab. Auch im Großen Pfordter See im Vogelsberg verbreiteten sich in diesem Sommer Blaualgen. Wegen ihrer grün-bläulichen Färbung nennt der Volksmund die Cyanobakterien Blaualgen. Sie vermehren sich bei einer zu hohen Wassertemperatur, zu viel Stickstoff und Phosphor im Wasser, besonders in stehenden Gewässern.

In Großkrotzenburg betreibt seit diesem Jahr die Bäderservice Deutschland GmbH aus Frankfurt das Strandbad Spessartblick. Vor drei Jahren war die Zukunft des defizitären Bads noch unsicher. 450 Gäste protestierten, als es damals schon Anfang September die Saison beendete. Der jetzige Betreiber handelt eigenwirtschaftlich und schloss Ende August ein Wochenende wegen schlechter Wetteraussichten. Das verärgerte einige Bürgerinnen und Bürger. Doch das blieb dieses Jahr die Ausnahme. Dazu war das Badewetter zu gut. 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen