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Haushalt Kita-Gebühren "Besser komplett beitragsfrei"

Michael Burbach, Geschäftsführer der BVZ, des Dachverbands der freien Kita-Träger, hält die Frankfurter Kita-Gebühren für ungerecht. Er befürchtet, eine weitere Erhöhung könnte Eltern davon abhalten, ihre Kinder in die Kindertagesstätte zu schicken.

Kinder spielen in einer Frankfurter Kita mit Musikinstrumenten. Foto: dapd

Die Ankündigung der Stadt, die Gebühren für Kindertagesstätten innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erhöhen, kommt nicht überraschend. „Ob dieser Schritt richtig ist, ist eine andere Frage“, sagt Michael Burbach. Der Geschäftsführer der BVZ, des Dachverbands der freien Träger, kann zwar die Not des Kämmerers Uwe Becker verstehen. Andererseits: „Was den Bildungsauftrag angeht, ist das nicht sinnvoll.“

Eine Erhöhung der Gebühren könne für manche Eltern der Anlass sein, ihre Kinder nicht mehr in die Kita zu schicken, befürchtet Burbach. Dies sei ein „neuralgischer Punkt“ und laufe der aktuellen Bildungsdiskussion entgegen, die deutlich aufzeige, wie wichtig es sei, alle Kinder mitzunehmen.

Wenn nun aber das Kostengefüge schon aufgebrochen werde, hätte Burbach andere Prioritäten. Die derzeitige Gebührenregelung „bevorteilt ganz stark die Gruppen mit höherem Einkommen“, sagt er. Er wünsche sich eine stärkere Ausrichtung am Solidarprinzip nach dem Motto: „Wer mehr hat, soll mehr zahlen.“

"Reiche sollten mehr zahlen"

Die Stadt legt die sogenannten Elternentgelte für die städtischen, kirchlichen und einen Teil der freien Kitas fest. Ein Ganztagsplatz für Kinder unter drei Jahren kostet Eltern derzeit 198 Euro. Hier wurden die Gebühren erst 2009 deutlich gesenkt. Ein unnötiger Schritt, findet der BVZ-Geschäftsführer. „Mit dem Geld hätte man besser den Platzausbau finanziert.“ Für den Kindergarten, also die Kinder ab drei Jahren, sind die Gebühren dagegen gestaffelt. Für einen Ganztagsplatz sind 148 Euro zu zahlen. Wer allerdings unter einem Familien-Brutto-Einkommen von 49.000 Euro liegt, kann eine Ermäßigung beantragen.

Diese Staffelung sollte nach oben verlagert werden, damit Eltern mit höheren Einnahmen mehr zahlten, so Burbach. Die Sorge, diese würden in private Einrichtungen abwandern, teilt er nicht: „Das tun sie sowieso, wenn sie das wollen.“ Wirklich arme Familien dagegen sollten stärker entlastet werden. Zwar zahlt deren Gebühren auch jetzt schon das Jugendamt; sie müssen sich jedoch mit einem festgelegten Betrag an der Verköstigung der Kinder beteiligen. „Es gibt Familien, für die auch 25 Euro im Monat viel sind“, gibt Burbach zu bedenken.

Und ungeachtet der Tatsache, dass ein solcher Schritt in diesen Zeiten chancenlos ist, formuliert er ein Ideal: „Das ganze System sollte beitragsfrei sein, die Schule kostet ja auch kein Geld“, sagt er, „das wäre das richtige Signal.“

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