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Haushalt 2014 Frankfurt Jazz im Palmengarten droht das Aus

Frankfurt muss sparen. Deshalb will Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) Zuschüsse streichen. Berühmte Musik-Events wie „Jazz im Palmengarten“ sind dadurch gefährdet. Die Grünen im Römer schlagen Alarm. Mit ihnen seien die Sparvorschläge nicht abgesprochen worden.

Der Sommerabend kommt, die Musiker betreten die Konzertmuschel: Jazz im Palmengarten in ganz besonderer Atmosphäre. Foto: Rolf Oeser

Frankfurt muss sparen. Deshalb will Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) Zuschüsse streichen. Berühmte Musik-Events wie „Jazz im Palmengarten“ sind dadurch gefährdet. Die Grünen im Römer schlagen Alarm. Mit ihnen seien die Sparvorschläge nicht abgesprochen worden.

Am morgigen Donnerstagabend haben die Jazz-Freunde aus Frankfurt und der Region vor allem ein Ziel: die Konzertmuschel des Palmengartens. Von 19.30 Uhr an tritt dort die japanische Pianistin Makiko Hirabayashi mit ihrem Trio auf – nur ein hochrangiges Angebot des diesjährigen Programms „Jazz im Palmengarten“. Seit 1959 existiert diese Reihe, ins Leben gerufen vom damaligen Palmengarten-Direktor Fritz Encke und der Jazz-Legende Albert Mangelsdorff.

Doch „Jazz im Palmengarten“ ist ebenso gefährdet wie die Reihe „Jazz im Park“, die am 21. Juli mit dem Konzert von Christof Lauer und seinem Trio beginnt. In einem Brief an das Künstlerhaus Mousonturm hat das städtische Kulturamt lapidar mitgeteilt, dass die 25.000 Euro Zuschuss für das Programm „Summer in the City“ im Jahr 2014 entfallen werden.

Gespräch mit Intendanten

Eine böse Nachricht für den gerade erst berufenen neuen Intendanten des Mousonturms, Matthias Pees, der am 1. August sein Amt antreten soll. Aus dem städtischen Kulturamt heißt es, man wolle, sobald Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) aus dem Urlaub zurückgekehrt ist, mit Pees ein Gespräch führen. Der Mousonturm müsse nach Möglichkeiten suchen, die Finanzierung für die Jazz-Reihen an anderer Stelle seines Etats zu erwirtschaften. Insgesamt beträgt der städtische Zuschuss an den Mousonturm 3,9 Millionen Euro im Jahr.
Die Grünen im Römer schlagen Alarm. „Wir sind sehr verwundert über die Spar-Vorschläge des Kulturdezernenten, die nicht mit uns abgestimmt wurden“, klagt Sebastian Popp, der kulturpolitische Sprecher der Grünen. Gerade für den Mousonturm und seine neue Intendanz sei das ein falsches Signal.

Es bestehe „dringender Gesprächsbedarf“ mit Semmelroth. Die Grünen erwarteten hinsichtlich der Kürzungen eine „mittelfristige Strategie“ vom Kulturdezernenten. Nicht aber kurzatmige Streichungen. Das gelte auch für den angekündigten Wegfall von 7000 Euro städtischem Zuschuss für das linke Zentrum „Club Voltaire“ im Jahr 2014. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dafür eine Mehrheit in der Fraktion der Grünen gibt“, sagte Popp. Viele Grüne hätten ihre politische Sozialisation auch im Club Voltaire erfahren. „Ich hab dort sogar gekellnert“, erinnert sich Popp.

Die Grünen wenden sich auch dagegen, dass die Stadt ihren Zuschuss für das Institut für sozial-ökologische Forschung 2014 kürzen möchte. Die national und international tätige gemeinnützige Forschungseinrichtung war 1989 in Frankfurt gegründet worden. Sie entwickelt sozialökologische und nachhaltige Konzepte etwa bei den Themenfeldern Wasserversorgung, Energie und Mobilität.

Die Grundsatzreferentin des Kulturdezernenten, Kirsten Grote-Bär, sagt, es gebe „regelmäßige Gespräche“ Semmelroths mit den Grünen. Der Kulturdezernent habe jetzt seine „Vorschläge“ für den Haushalt 2014 unterbreitet, die von den Stadtverordneten noch korrigiert werden könnten. So schickte das Kulturamt nun an viele Institutionen, die aus dem Kulturetat Geld bekommen, blaue Briefe mit Kündigungen oder Kürzungen. Einsparungen in Höhe von 400 000 Euro sollen so bei der Förderung insgesamt zusammenkommen. Der Grüne Popp wünscht sich eine „gemeinsame Strategie“ mit dem Kulturdezernenten, um Schaden von den Kultureinrichtungen abzuwenden.

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