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Hauptzollamt Frankfurt Zollfahnder 2015 sehr erfolgreich

Das Hauptzollamt Frankfurt ist Kriminellen auf der Spur und war 2015 sehr erfolgreich. Allein 310.598 Waren seien sichergestellt worden, die nicht den hiesigen Sicherheitsstandards entsprechen.

Aki ist Spürhündin. Ihr Spezialgebiet: Banknoten. Foto: Boris Roessler/dpa

Für das Hauptzollamt Frankfurt (HZA) war es einer der großen Erfolge im vergangenen Jahr: Am 7. Oktober gelang es Bundes- und Landesbehörden der Polizei unter der Einsatzleitung des HZA, eine kriminelle Vereinigung zu zerschlagen, die mit organisierter Schwarzarbeit wohl Steuer- und Sozialversicherungsbeitragsschäden in Höhe von mindestens 17,6 Millionen Euro verursacht haben soll.

Albrecht Vieht, Leiter des HZA, betonte allerdings bei der Vorstellung des Jahresergebnisses, für ihn sei jeder Aufgriff wichtig. Und überhaupt sei das gesamte Jahr 2015 ein „erfolgreiches“ gewesen. Das zeige sich etwa bei den Steuereinnahmen durch das HZA. 4,95 Milliarden Euro waren das 2015 und damit 800 Millionen Euro mehr als noch 2014. Das läge vor allem an den gestiegenen Einfuhrumsatz- und Luftverkehrssteuern.

Im Zusammenhang mit der Rauschgiftkriminalität habe es im vergangenen Jahr 1658 Aufgriffe am Flughafen gegeben, das seien mehr als vier täglich, so Vieth. Sichergestellt wurden dabei rund 8336 Kilogramm Rauschgift, davon waren alleine rund 90 Prozent Khat. Vieth erläutert, dass die Droge von Nahost oder Ostafrika nach Deutschland komme und hier viele private Abnehmer finde.

Der Kreativität der Kuriere scheinen dabei kaum Grenzen gesetzt: Von 136 vorläufig festgenommenen Drogenkurieren waren zwölf sogenannte „Schlucker“ – sie transportierten die verbotenen Substanzen in ihrem Körper. Gut ausgedacht, dennoch aufgeflogen: ein Sprungseil, in dessen Griffe Drogen versteckt waren. Vieht führt den Aufdeckungserfolg auch auf die 22 Drogenspürhunde zurück.

Wie viele der Enttarnten bei sogenannten Hochrisikoflügen ins Netz gingen, ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass am Flughafen täglich 35 als besonders risikoreich eingestufte Flüge abgewickelt werden. „Dort haben wir dann schwerpunktmäßige Kontrollen“, berichtete Vieth.

Für ihn sei das eine effiziente Arbeitsweise. Die Ergebnisse spiegelten das wider. Doch aus welchen Ländern diese „Hochrisikoflüge“ kämen, wollte er nicht sagen. Neben 100 Fällen, bei denen Waffen sichergestellt wurden, schlug das HZA auch beim Artenschutz zu. 403 Sicherstellungen habe es dort gegeben, berichtete Vieth. Darunter auch die von 615 getrockneten Seepferdchen. Lebende Tiere und Pflanzen wechselten ebenfalls am Flughafen zum HAZ.

„Ein ganz wichtiges Thema ist bei uns die Einhaltung der Produktsicherheitsvorschriften“, sagte Vieth. Er sehe das als „Dienstleistung an dem Verbraucher“. 310 598 Waren seien sichergestellt worden – hergestellt in vielen Fällen in China und Taiwan. Grundsätzlich ginge es dabei um Risiken für die Käufer, so Vieth. Das kann zum Beispiel ein elektronisches Spielzeugauto sein, das sich viel zu stark erhitzt oder andere elektronische Geräte, die nicht den hiesigen Sicherheitsstandards entsprechen.

Daneben erfasste das HZA 2451 Verstöße gegen die Anmeldepflicht von Barmitteln ab 10 000 Euro. Im Bereich nicht zulässiger Arzneimittel stellten die Beamten 987 353 Tabletten und Ampullen sicher. „Unsere Gesundheit sollte es uns allerdings wert sein, auch einmal ein paar Euro mehr für richtige Medikamente auszugeben“, appellierte Vieth an die Vernunft potenzieller Käufer.

Er lobte auch die Leistung seiner Mitarbeiter. 61 Millionen Passagiere seien im vergangenen Jahr über Frankfurt geflogen, 2,1 Tonnen Fracht abgewickelt worden: Keine einfachen Rahmenbedingungen seien das für die 1100 Beschäftigten des HZA.

Umso erfreulicher die Erfolge – auch die der IT-Kriminalstatistik, eine Unterabteilung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Rund 40 Terabyte Daten habe die im vergangenen Jahr sicherstellen können, sagte Vieth. Oftmals auf Datenspeichern abgelegt, die sich in Autoschlüsseln versteckten, in Kuscheltieren oder Legofiguren – oder aber auf Disketten, wie bei dem Einsatz am 7. Oktober, einer der großen Erfolge aus dem Jahr 2015.

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