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Hauptbahnhof in Frankfurt Stadt reinigt ab 1. April Bahnhofsvorplatz

Die Stadt Frankfurt ist bald für die Sauberkeit vor dem Hauptbahnhof verantwortlich. Damit endet ein Wirrwarr um Zuständigkeiten.

Hauptbahnhof in Frankfurt
Der Bahnhofsvorplatz. Foto: Alex Grimm

Kein guter Tag für Frühjahrsputz: Es schneit dicke Flocken vom Himmel. Aber es hilft ja alles nichts, und so machen sich am Donnerstag die Männer von der Frankfurter Entsorgungs- und Service-GmbH (FES) im Schneetreiben ans Werk, den Bahnhofsvorplatz zu säubern.

Die symbolische Aktion kündet von Veränderung: Am 1. April übernimmt die Stadt die Verantwortung für Sauberkeit vor dem Hauptbahnhof und um die Ecke am großen Busparkplatz. Die Bahn bleibt zuständig für alles, was innerhalb des Gebäudes, auf der B-Ebene und den Rolltreppen geschieht. Das neue Konzept ist ein Bestandteil der Putzoffensive „#Cleanffm“ und ein Schritt hin zu dem Ziel, das Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) formuliert: „Wir wollen alles aus einer Hand – die FES soll Ansprechpartnerin sein für Sauberkeit in der ganzen Stadt.“

Das ist zurzeit nicht der Fall. Für viele Flächen ist die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) verantwortlich, vor allem aber lastet das Problem Hauptbahnhof auf den Verantwortlichen – und auf den Bürgern. „Wir hatten immer wieder Beschwerden“, sagt Heilig, und das Kompetenzwirrwarr mache es nicht besser. Der Passant ahnt ja nicht, dass die FES für die Straße zuständig ist, die VGF für die Tramhaltestelle samt Treppen, die Deutsche Bahn für die B-Ebene, die Taxi-Innung für den Taxistand und weitere Beteiligte für weitere kleinere Flächen.

„Es muss aufhören, dass sich die Leute fragen: Warum stinkt es hier, wessen Dreck ist das jetzt?“, sagt Hartmut Schwarz, der Leiter des Bahnhofsmanagements bei der Bahn. „Wichtig ist, dass es sauber ist.“ Der Hauptbahnhof, „das Entree der Stadt“, das täglich fast eine halbe Million Menschen passieren, müsse endlich wieder werden, was es sein solle: ein Ort, an dem man sich gerne aufhalte. Dazu soll die Sanierung der Bahnhofs-B-Ebene beitragen, mit deren Baubeginn Schwarz für 2019 oder 2020 rechnet. Aber auch: die Sauberkeitsoffensive.

„Wir machen jeden Tag um 5 Uhr morgens eine Nassreinigung, um die Hinterlassenschaften der Nacht zu entfernen“, kündigt FES-Geschäftsführer Dirk Remmert an. Da geht es vor allem um die Fäkalien, die den Pendlern stinken. Mit Hochdruckwasserreinigern, Kehrmaschinen, Sammelwagen und Aromaduftstoffen rücken die Leute in den orangen Overalls an, am Wochenende erst um 8 Uhr. Später am Tag sind sie dann zur sogenannten Präsenzreinigung vor Ort, um einzugreifen, sobald es nottut.

17 neue Mülleimer sollen zudem auf den Vorplatz kommen, den Remmert und Heilig unisono das „Prestigeobjekt“ nennen: „Wenn es da sauber ist, haben die Leute gleich einen ganz anderen Eindruck von der Stadt.“ Und lassen sich leichter animieren, selbst weniger Schmutz zu hinterlassen. Darauf fußt wohl auch die Hoffnung, dass es mit dem Wechsel der Zuständigkeit besser wird: auf der Einbindung ins #Cleanffm-Gesamtkonzept. Es bringt zwar viele Mülleimer, Parkwächter und Sauberkeitsbotschafter über die Stadt, aber letztlich ist der Kampf gegen den Dreck nur durch Überzeugungsarbeit zu gewinnen.

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