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Hanf-Anbau in Frankfurt Partei will Gras in der Stadt

„Die Partei“ will Hanf beim Urban Gardening anbauen lassen. Ganz abwegig scheint der Vorschlag der Satirepartei nicht zu sein.

Bald auch Wildwuchs? Die Satirepartei "Die Partei" setzt sich für den Anbau von Hanf in Urban Gardening-Projekten ein. Foto: rtr

Die Partei „Die Partei“ im Ortsbeirat 1 will Urban Gardening für den Anbau von Hanf nutzen. Wie es in dem Antrag zur nächsten Sitzung heißt, soll der Magistrat den Anbau „bestimmter alter heimischer Nutz- und Zierpflanzen“ prüfen. Als nachwachsender Rohstoff sei die Pflanze vielseitig einsetzbar und pflegeleicht.

„Der Anbau von Hanf im Rahmen von Urban Gardening könnte einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung und Erweiterung der floralen Vielfalt in Frankfurt darstellen“, so die Partei. „Er kann darüber hinaus auch die Abhängigkeit der Stadt von externen Lieferanten – vor allem aus den benachbarten Niederlanden – mindern und die Beteiligung der Bürger an den ‚Urban Gardening’-Projekten, die der Ortsbeirat in früheren Sitzungen als ausdrücklich unterstützenswert bezeichnet hat, deutlich steigern. Hanf bringt Freude und Wohlbefinden in die Stadt.“

Der Antrag, der in der Ortsbeiratssitzung am Dienstag, 7. Juni, auf der Tagesordnung steht, ist nicht so abwegig, wie es scheint: Der Ortsbeirat 1 hat bereits 2014 darüber diskutiert, eine legale Verkaufsstelle für Cannabis im Ortsbezirk einzuführen, um den Schwarzmarkthandel einzudämmen. Die Mehrheit der Stadtteilparlamentarier stimmte zu. Auch andere Ortsbeiräte diskutierten ähnliche Vorschläge. Doch ein Modellversuch, wie auch Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) ihn angestrebt hat, scheiterte am Widerstand des Koalitionspartners CDU.

Anfang des Jahres hatte der Ortsbeirat 1 sich zuletzt für Urban Gardening-Projekte im Gallus und in der Innenstadt ausgesprochen. Im Gallus wird das Projekt bereits realisiert. In der Breiten Gasse soll eine Brachfläche für einen ähnlichen von Bürgern angelegten Garten zwischengenutzt werden. Uwe Freiholz (SPD) spottete damals darüber, man könne in der Breiten Gasse eine Cannabisplantage anlegen, dann hätten es die Händler nicht weit von der Ernte zum Verbraucher. Auch Günther Haberzettl von der Interessensgemeinschaft Allerheiligenviertel sprach sich gegen das Projekt aus, weil er befürchtete, auch mit gewöhnlichen Gärten Drogendealer anzuziehen. Ernsthaft war aber im Ortsbeirat von Hanfanbau bisher nicht die Rede.

Der Ortsbeirat 1 tagt Dienstag, 7. Juni, im Cronstetten-Haus, Speicherstraße 39–47. Beginn: 19 Uhr.

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