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Gutleut-Brache in Frankfurt 3 Zimmer für 39 Personen

Der Landesverband der Sinti und Roma übt scharfe Kritik an der Unterbringung der ehemaligen Bewohner der Gutleut-Brache. Das Sozialdezernat weist diese zurück - obwohl sich 39 Menschen drei Zimmer und eine Dusche teilen müssen.

Die Gutleut-Brache wurde am vergangenen Dienstag geräumt. Christoph Boeckheler. Foto: christoph boeckheler 0049.1702932067 mail@boeckheler.com

Der Hessische Landesverband der Deutschen Sinti und Roma hat heftige Kritik an der Unterbringung der ehemaligen Bewohner der Gutleut-Brache geübt. In ihrer Notunterkunft im Henriette-Fürth-Haus unweit des ehemaligen Elendsquartiers, seien derzeit 39 Menschen in gerade einmal drei Zimmern untergebracht, erklärte Malte Clausen, Mitarbeiter des Verbands. Für sie alle stünde lediglich eine Dusche zur Verfügung. Zudem sei es ihnen nicht erlaubt, die Küche in dem eigentlich als Flüchtlingsunterkunft dienenden Heim zu benutzen. „Das ist eine Unterbringung, in der die Menschenwürde nicht gegeben ist“, sagte Clausen der FR. Der Vorsitzende des Landesverbands, Adam Strauß, bezeichnete die Art der Unterbringung als „beschämend für eine Stadt wie Frankfurt.“

Die Industriebrache an der Gutleutstraße, auf der seit Ende 2013 Dutzende Menschen – vornehmlich Roma aus Rumänien – in selbstgebauten Hütten und Verschlägen gelebt hatten, war am Dienstag vergangener Woche auf Betreiben des Ordnungsamtes geräumt worden. Die Behörde hatte sich auf Gefahr im Verzug berufen, nachdem es zehn Tage zuvor auf dem Gelände zu einem größeren Brand gekommen war. Die Bewohner wurden in das rund 300 Meter entfernte Henriette-Fürth-Haus gebracht. Seinerzeit hatte die FR unter Berufung auf das Sozialdezernat berichtet, dass für die ehemaligen Bewohner der Brache in Vier- bis Sechs-Bett-Zimmern untergebracht würden.

Anspruch auf Sozialleistungen?

Dabei habe es sich um ein Missverständnis gehandelt, erklärt Manuela Skotnik, Sprecherin der Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) auf erneute Anfrage der FR. Tatsächlich handele es sich um Stockbetten. Richtig sei, dass für alle Bewohner derzeit lediglich drei Zimmer und ein Bad zur Verfügung stünden. „Es ist eine Notlösung. Als menschenunwürdig aber empfinden wird das nicht“, so Skotnik. Der Stadt stünden keine anderen Reserveräume zur Verfügung. Die vorhandenen Räume würden vorranging für Flüchtlinge genutzt, von denen stadtweit derzeit 2400 in Notunterkünften untergebracht seien.

Die Zusage für die Notunterbringung im Henriette-Fürth-Haus gilt für die ehemaligen brachenbewohner bis Donnerstag. Derzeit wird noch geprüft, ob sie als EU-Bürger Anspruch auf Sozialleistungen haben –was für die meisten nicht zutreffen dürfte.

Bis dahin allerdings, so kritisiert der Landesverband der Sinti und Roma, seien die ehemaligen Bewohner des Elendsquartiers sich selbst überlassen. Eine Versorgung finde nicht statt. Zudem seien bei der Räumung auch Lebensmittelvorräte zerstört oder abtransportiert worden. dmj

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