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Gute Frage zur Wahl Dürfen Kinder mit in die Wahlkabine?

Laut Bundeswahlordnung muss jeder Wähler seine Stimme unbeobachtet abgeben. Aber ist es erlaubt, das Baby mit zum Wählen zu nehmen? Oder das Kleinkind und das Schulkind?

Bundestagswahl
Jeder Wähler muss seine Stimme unbeobachtet abgeben. Aber dürfen kleine Kinder mit zur Wahlkabine? Foto: dpa

Einen Babysitter mag wohl kaum ein Elternteil organisieren, um seine Kreuze bei der Wahl setzen zu können. Also kommen sie mit ins Wahllokal, die Kinder. Und mancher will vielleicht auch dem Nachwuchs zeigen, wie das so funktioniert mit dem Wählen. Um ihn politisch zu bilden. Aber ist es erlaubt, sein Kind mit in die Wahlkabine zu nehmen?

Grundsätzlich gilt, dass man unbeobachtet abstimmen muss. So steht es in der Bundeswahlordnung. Es gibt schließlich ein Wahlgeheimnis. Niemand darf mitgenommen werden, der später ausplaudern könnte, wo das Kreuz gesetzt wurde. Der Hund kann also problemlos mit auf den Stimmzettel starren und muss nicht zu Hause bleiben. Ob ein Kind mit in die Wahlkabine darf, liegt aber im Ermessen des Wahlvorstands. „Im Idealfall ist es ein Säugling, der mit in die Wahlkabine soll“, sagt Hans-Joachim Grochoki, der Leiter des Frankfurter Wahlamts. Dann ist die Entscheidung recht einfach. „Der kann nicht weitererzählen, was die Mutter oder der Vater gewählt hat und auch niemanden beeinflussen.“

Gegen Babys, die nicht mehr als brabbeln können, ist daher wenig einzuwenden. Schwieriger wird es, wenn die Kinder etwas älter sind. Und gar schon lesen und schreiben können. „Sie könnten dem Papa schon erzählen oder zeigen, dass die Mama das Kreuz ganz woanders gesetzt hat“, sagt Grochoki. „Das kann dann bei der Stimmabgabe beeinflussen.“

Es besteht also das Risiko, dass eine freie Wahlentscheidung behindert wird. Für größere Kinder ist daher der Gang in die Wahlkabine tabu. Ein festgelegtes Alter bis zu dem Kinder beim Wählen zusehen dürfen, gibt es aber gesetzlich nicht. „Da weiß man nicht, woran man das festmachen sollte“, sagt Grochoki. Die einen Kinder können schon früh lesen, die anderen früh sprechen – „wo sollte man da eine Grenze ziehen?“. Und so muss daher der Wahlvorstand vor Ort entscheiden, ob das Kind nun mit in die Kabine darf oder nicht.

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