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Günthersburg- und Wasserpark Schlendern zwischen Wildwuchs

Mit einem Tag der offenen Gärten protestiert die Bürgerinitiative Grüne Lunge gegen das geplante Innovationsquartier und für den Erhalt der Parzellen zwischen Günthersburg- und Wasserpark.

Noch ist es hier idyllisch. Foto: Rolf Oeser

In der grünen Lunge geht es idyllisch zu. Zwischen Bäumen und Sträuchern sitzen Besucher auf bunten Bänken und lauschen Gedichten über die Natur. „Wir wollen unsere Stadt behalten“, trägt Wilfried Michel vor. „Sie soll Investoren nicht zum Fraß vorgeworfen werden.“ Karolina Michel spielt erst Flöte, dann singt sie Lieder von Franz Schubert: „Die Forelle“ und „An die Nachtigall“.

Mit einem Tag der offenen Gärten hat die Bürgerinitiative (BI) Grüne Lunge am Samstag für den Erhalt der Parzellen zwischen Günthersburg- und Wasserpark demonstriert. Besucher schlendern herum und beobachten den Wildwuchs. „Wir wollen bewusst machen, was für ein Gebiet das ist, das zugebaut wird“, sagt BI-Mitglied Dorothea Adam. „Das sieht man nur von innen, aber nicht von außen.“

Auf dem 16,6 Hektar großen Areal soll das umstrittene Innovationsquartier entstehen. Es ist eine von acht vorgesehenen Siedlungen im sogenannten Ernst-May-Viertel. Die BI Grüne Lunge ist dagegen: Sie befürchtet, dass eine wichtige Kalt- und Frischluftschneise verschwindet, die das Nordend mit Wind aus der Wetterau versorgt. „Das Nordend ist bereits jetzt eines der dichtbesiedeltsten Viertel“, sagt BI-Mitglied Daniela Gieseler. „Es ist absurd, hier zu bauen.“

Sie freue sich, dass es durch die öffentliche Bürgerbeteiligung gelungen sei, einen Zustand des Innehaltens zu erreichen. „Wir werden uns in Kürze damit auseinandersetzen, wie ein Kompromiss aussehen kann.“

Die BI möchte, dass die Gärten als Naherholungsgebiet und Begegnungsstätte erhalten bleiben. Zu diesem Zweck schlägt sie ein neues Konzept mit öffentlichen Spazierwegen vor. Bislang gebe es nur einzeln verpachtete Parzellen. „Die grüne Lunge ist ein Ausgleich zur stark belasteten Friedberger Landstraße“, sagt Katharina Bornscheuer. „Wir wollen gemeinsam mit der Politik eine Planung entwickeln, die nicht hierarchisch von oben diktiert wird.“

Gärten als Naherholungsgebiet

Es ist der zweite Tag der offenen Gärten, den die BI Grüne Lunge veranstaltet hat. Mehr als 100 Menschen hätten bei der Neuauflage vorbeigeschaut, schätzen die Initiatoren am Nachmittag. Die Besucher können Apfelmost keltern, Honig von Imkern beziehen oder auf den Turm des

Abenteuerspielplatzes Günthersburg klettern. Der 25 Jahre alte Spielplatz ist ebenfalls durch die Pläne für das Innovationsquartier bedroht. Die BI verspricht: „Wir werden weitere Tage der offenen Gärten machen.“

Am Infostand liegt eine Unterschriftenliste aus, auf der die Besucher die Forderungen der BI unterstützen können. Mehr als 1000 Leute hätten seit dem Sommer unterzeichnet, sagt Gieseler. Bereits zuvor hatte die BI 6000 Unterschriften an den Leiter des Stadtplanungsamts, Martin Hunscher, übergeben.
Auch eine Pinnwand gibt es, auf der Gäste notieren, was sie sich für die grüne Lunge wünschen: Liegestühle, einen Bücherschrank und Social Gardening. „Ich fahre hier jeden Tag mit dem Fahrrad entlang“, sagt Kaisa Ljungberg. Die Preungesheimerin findet es schlimm, dass das Gebiet verschwinden soll. „Denn der Mensch braucht Natur.“

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