Lade Inhalte...

Günter Sare in Frankfurt Gedenktafel wird zu Politikum

Eine Gedenktafel für den politischen Aktivisten Günter Sare an der Ecke Frankenallee/Hufnagelstraße ist von den Initiatoren entfernt worden. Der Grund ist die Umgestaltung der Frankenallee. Ob sie wieder aufgehängt wird, ist fraglich.

Die Gedenktafel an der Frankenallee wurde wieder entfernt. Foto: Privat

Die Gedenktafel für Günter Sare, die Bürger im vergangenen Jahr an der Ecke Frankenallee/Hufnagelstraße angebracht haben, ist von den Initiatoren entfernt worden. Grund ist dafür die Umgestaltung der Frankenallee. Der politische Aktivist Günter Sare war am 29. September 1985 bei einer Demonstration gegen eine NPD-Veranstaltung im Haus Gallus ums Leben gekommen, nachdem er von einem Wasserwerfer der Polizei überfahren worden war.

Die Tafel wurde bei einer Demonstration des „Freundeskreises Günter Sare“ zum 30. Todestag eigenmächtig angebracht und bislang geduldet, offiziell anerkannt war sie nie. Die Linke im Ortsbeirat hatte im September 2015 beantragt, die Gedenktafel nach dem Umbau der Straße wieder anzubringen. Der Stadtteilarbeitskreis Gallus hatte im Dezember den Ortsbeirat gebeten, dem Antrag der Linken zuzustimmen. Doch kurz darauf stimmte die Mehrheit der Ortsbeiratsmitglieder dagegen. Eine Aussprache darüber fand nicht statt.

Horst Schöppner, Zeitzeuge und Sprecher des „Freundeskreis Günter Sare“ geht von einem Politikum aus. Es sei ein Problem, dass die Tafel dort überhaupt gelegen habe. Was den Ort angehe, so sei man flexibel, sagt Schöppner. Man hätte die Tafel auch in der Nähe wieder anbringen können. Aber es habe nie eine ernsthafte Auseinandersetzung darüber stattgefunden.

Antragsteller Kai-Oliver Tiffany (Linke) vermutet, dass der Text der Tafel eine Rolle gespielt haben könnte. Das sei bereits zuvor in Gesprächen klargeworden. Zwar wird des Opfers gedacht ohne die Schuld zuzuweisen, jedoch finden sich darauf noch zwei weitere Sätze: der Appell „Wandelt Trauer und Wut in Widerstand!“ sowie die längst veraltete Aussage, dass seit Sares Tod über 100 Menschen von Nazis getötet worden seien. Grundsätzlich sei der Ortsbeirat aber nicht gegen das Gedenken gewesen, so Tiffany. Er kündigt an, dass seine Fraktion an dem Thema „dranbleiben“ wolle. Es sei wichtig, dass der damaligen Ereignisse gedacht werde, die über das Gallus hinaus Bedeutung hätten.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum