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Grundschulen Frankfurt baut an der Schule der Zukunft

Die Frankfurter Bildungsdezernentin Sylvia Weber stellt ein Raumkonzept für die Grundschule von morgen vor.

Schulwesen
Die Humboldtschule in Bad Homburg: Hier wohnt noch niemand. Foto: Michael Schick

Frankfurt baut an der Schule der Zukunft. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) präsentierte am Montag im Bildungsausschuss einen Entwurf für ein neues Raumprogramm für Grundschulen. Es soll Maßstäbe für neue Schulbauten setzen. Es geht um Lerncluster statt Klassenräumen, Teambereiche statt Lehrerzimmern – und Schule soll sich auch stärker dem Stadtteil öffnen. Mit kombinierten Wohn- und Schulgebäuden, gemeinsamer Nutzung von Plätzen und Grünflächen. So könnte etwa in einem Haus unten gelernt, oben gewohnt werden.

Elf neue Grundschulen muss die Stadt in den nächsten Jahren eröffnen. Und weil sich das Lernen verändert hat, müssen sie anders geplant werden. Es müsse Platz für Gruppenarbeit und Differenzierung geben, sagte Weber. Zudem müssten Schulen für den Ganztag entwickelt werden. Auch die Inklusion erfordere räumliche Konsequenzen wie Rückzugsorte und Bereiche für multiprofessionelle Teams.

Das Programm entwickelt hat das Büro Schneider-Meyer aus Stuttgart und Köln. Mit der gestiegenen Heterogenität in Schulen seien „Flurschulen“ nicht mehr sinnvoll, sagte Architekt Jochem Schneider. Verschiedene Formen des Lernens und des Austausches müssten zugelassen werden. Deshalb soll es Lerncluster geben: Vier Lernräume sind an eine Gemeinschaftszone – eine offene Lernlandschaft – angeschlossen. Angegliedert sind auch ein Teamraum, ein Kommunikations- und ein Rückzugsraum. 3300 Quadratmeter werden für ein solches Vierer-Cluster veranschlag.

Zudem sollen die Schulen stärker in die städtebauliche Struktur integriert werden. Dazu hat man sich Vorbild-Schulen in Hamburg, Kopenhagen und Amsterdam angeschaut. Schulen mit einem Pausenhof auf dem Dach etwa. In Hamburg wird ein öffentlicher Park mitgenutzt, von einer anderen Schule der vorgelagerte Quartiersplatz. Oder es befinden sich Wohnungen über der Schule. „Die räumlichen Potenziale müssen genutzt werden“, sagte Schneider. Es soll für Schulen weiterhin geschützte Räume wie die Lerncluster geben, aber eben auch offene. „Das ist nicht unproblematisch für Schulen“, sagte Schneider. Etwa bei der Aufsicht. Dafür gebe es aber klare Regelungen.

Verschiedene Modelle hat das Büro erstellt: mit einer Sporthalle auf dem Gebäude, gemischter Wohn- und Schulnutzung, öffentlicher Grünfläche als Pausenraum, Spielen auf dem Dach. Eine Idee wurde aber aufgegeben. „Eine Schule auf dem Supermarkt haben wir verworfen“, sagte Schneider. „Eine Grundschule gehört ins Erdgeschoss.“ Konkret hat man ein Modell für die Schule im Schönhofviertel an der Rödelheimer Landstraße erarbeitet. Dort könnte die Sporthalle versenkt, darauf zwei L-förmige Gebäude gesetzt werden, die einen Innenhof bilden: ein Bau fürs Wohnen, einer für die Schule.

Birgit Ross (Grüne) findet die Ideen interessant. „Die „räumlichen Engpässe in Frankfurt führen dazu, dass man anders denken muss“. Sabine Fischer (CDU) sieht in der Mischbebauung „aber auch eine große Herausforderung“. Die Mieter seien doch sehr nah an den Schülern, ob es da einen Schallschutz gebe, will sie wissen. Gibt es nicht. Es sei eben kein gewöhnlicher Wohnblock, sagte Schneider. „Aber das weiß man, wenn man da einzieht.“

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