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Grüne-Soße-Festival Entscheidend ist der erste Löffel

Das Grüne-Soße-Festival hat einen Sieger: die Gastwirtschaft Goldener Apfel aus Hofheim. Im Finale setzt sich ihre Grüne Soße gegen sechs Kreationen der Konkurrenz durch.

13.05.2012 21:17
Julia Frese
Kritisch: Auch OB Petra Roth war bei einer der Vorentscheidungen Test-Esserin. Foto: Andreas Arnold

Oliver Weiss, der Inhaber des Goldenen Apfels, hat ein Gerät mit auf die Bühne gebracht, das aussieht wie ein Presslufthammer. Das Publikum blickt erstaunt: Was hat dieses Gerät mit der grünen Soße zu tun, wegen der heute Abend alle hergekommen sind? Anton Le Goff alias Maja Wolf klärt auf: „Das ist der Stabmixer, mit dem die Belegschaft im Goldenen Apfel die riesigen Mengen an grüner Soße rührt, die die Gäste bestellen.“

Zum Beweis zeigt die Moderatorin ein Foto, auf dem eine Angestellte des Gasthofs in Hofheim das Riesengerät in einen großen Topf mit hellgrünem Inhalt taucht. „Aah“, raunen einige zum Zeichen ihres Verstehens, aber es klingt noch zaghaft.

Grimms Märchen und Frau Rauscher

Das ändert Stefani Kunkel als Hilde aus Bornheim im Nu. Als klagende Hausfrau, deren Mann arbeitslos geworden ist, bringt sie das Publikum zu lautstarken Mitleidsbekundungen im Chor. Kabarettistin Sabine Fischmann unterhält die Zuhörer mit der bayrischen Melodika und Liedtexten, die von Grimms Märchen und Frau Rauscher handeln. Die Dame aus der Klappergass taucht anschließend auch im Gesang der „Preußen“ auf, wie sich die Gesangsformation des Polizeichors Frankfurt nennt.

Als gegen 21.30 Uhr die sieben Gläschen grüner Soße auf dem Tisch stehen, sind die Besucher des Grüne-Soße-Finales bester Dinge. Die Entscheidung wird dadurch nicht unbedingt einfacher, haben sie es doch immerhin mit sieben Soßen zu tun, die schon einmal einen Tagessieg errungen haben.

Zu viele Kräuter in Glas vier

„In der Sechs scheint Mayonnaise zu sein“, sagt eine Festivalbesucherin und verzieht das Gesicht. Die scheidet also schon mal aus. Bei den übrigen Anwärtern ist schnell eine Vorauswahl getroffen. Im Glas vier sind zu viele Kräuter, in Glas fünf und sieben sind sie zu grob gehackt, obwohl der Geschmack ansonsten überzeugt.

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„Entscheidend ist der erste Löffel.“ Der werde am besten noch ohne Kartoffel oder Ei probiert. „Wenn ich entschieden habe, welche Soße die beste ist, kann ich richtig anfangen zu essen.“ Bald steht fest, die Eins hat für die Grüne-Soße-Freundin die geschmackvollste Zutatenkomposition. Zu welchem Restaurant die Soße gehört, bleibt bis zur Siegerverkündung geheim.

Als Anton Le Goff schließlich die drei besten Soßenzubereiter verkündet, ist alle Zaghaftigkeit aus den Jubelschreien der Zuschauer verschwunden. Tatsächlich hat die Soße aus Glas eins gewonnen. Und sie stammt aus dem Goldenen Apfel. „Ihr seid dieses Jahr zum vierten Mal hier, richtig?“ fragt Maja Wolf die sichtlich überwältigten Vertreter des Hofheimer Gasthofs Franco Somma und Oliver Weiss. „Da kann man wohl nur sagen: Das Publikum hat euch endlich verstanden.“

Den zweiten Platz erreichte das Liebfrauenberger mit Glas Nummer fünf, und die drittbeste Soße kredenzte der Gasthof „Zum Einhorn“. Beide könnten in Zukunft wahrscheinlich auch gut einen Riesen-Stabmixer gebrauchen.

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