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Gründerpreis Frankfurt Heelbopps für alle Fälle

Katharina Hermes setzt auf ein Nischenprodukt: Ihre aufsteckbaren Strass-Absätze haben international Erfolg. Der Gewinn des Gründerpreises war für die Frankfurter Unternehmerin ein Srpungbrett.

Katharina Hermes verkauft ihre Stiletto-Absätze mittlerweile in zwölf Ländern. Foto: privat

"Flache Schuhe trage ich inzwischen nur noch beim Reiten“, scherzt Katharina Hermes und streckt mit koketter Geste ihr Schuhwerk in die Luft. Doch nicht nur an ihren Füßen, sondern auch auf dem Schreibtisch der 30-Jährigen glitzern Stilettos mit bunten Strass-Absätzen neben einem Skizzenblock. Vor einem Jahr gewann sie den zweiten Platz im Frankfurter Gründerpreis-Wettbewerb. Seitdem hat sich viel getan.

Neben ihrer Niederlassung in Frankfurt beschäftigt Hermes nun vier Mitarbeiter in einem Offenbacher Atelier. Etwa 100 Boutiquen in zwölf Ländern beliefert sie mit ihrer Erfindung – aufsteckbare Absätze für Stilettos. Über 10 000 Paare habe sie inzwischen verkauft, sagt sie.

Kontakte zur Modebranche

„Heelbopps“ heißt das ungewöhnliche Schuh-Accessoire - eine Wortschöpfung aus „heel“, englisch für Absatz, und dem Kometen-Namen „Hale-Bopp“. „Denn wer die Absätze trägt, soll sich wie ein berühmter Star fühlen“, erklärt Katharina Hermes das Vermarktungskonzept.
Doch nicht nur durch den Frankfurter Gründerpreis machte Hermes von sich reden. Mit ihrem Start-up-Unternehmen gewann sie Ende vergangenen Jahres auch den Hessischen Gründerpreis in der Kategorie „Innovative Idee“.

Durch die Auszeichnungen habe das Modelabel viel Aufmerksamkeit erhalten, freut sie sich. Für ihre Marketingstrategie hätten sich dadurch neue Möglichkeiten ergeben. Musterexemplare ihrer „Heel-bopps“ besäßen inzwischen auch prominente Sängerinnen und Schauspielerinnen.

Auch einige Kontakte in der Modebranche kommen der Designerin dabei zugute. Nach ihrem Studium in Mailand arbeitete sie für bekannte Labels wie Alexander McQueen und Mulberry.

Exklusive Nische

Eine eher vorsichtige Strategie fährt die junge Frankfurter Geschäftsfrau in finanzieller Hinsicht. „Wenn man einen Angel-Investor mit im Boot hat, zückt man vielleicht eher das Portemonnaie“, sagt sie. Bewusst verzichte sie daher auf Fremdfinanzierung und investiere lieber mit Bedacht. „Klar könnte ich jetzt, wo es so gut läuft, auch viele weitere Produkte anbieten.“ Doch für den Anfang ziehe sie es vor, sich auf ihre „kleine und exklusive“ Nische zu beschränken, erklärt sie.

Vielfältige Variationen bevorzugt Katharina Hermes im Erscheinungsbild der Kunststoffabsätze. Für jeden Anlass hat die Modeschöpferin ein anderes Design kreiert: Alltags-Heelbopps mit Lederüberzug, Swarowski-Steine für den Gala-Auftritt und ein neonfarbenes Pop-Art-Muster für die Cocktailparty.

"Made in Germany"

Besonders beliebt seien die Schuhaufwerter in Italien, wo Frauen sich gern elegant kleideten, hat sie bemerkt. Aber auch in Hongkong gäbe es einen großen Markt. Deutschland sei leider ein „Non-Fashion-Land“, in dem es als „No-Go“ gelte, mit Stilettos zur Arbeit zu gehen.

Obwohl sie zunächst auch mit Firmen aus China im Gespräch gewesen sei, habe sie sich entschlossen, in Deutschland zu produzieren. Die Kunststoffarchitektur des Absatzes fertige eine Spritzgussfirma aus dem nahen Gelnhausen an. „Made in Germany“ sei ein wichtiges Qualitätssiegel für ihre Ware, die sie ausschließlich im Luxussektor vertreibe.

Für ihr eineinhalb Jahre altes Unternehmen hat sie bereits das nächste Ziel ins Auge gefasst. Demnächst wird sie ihre Heelbopps auch im Onlineshop anbieten.

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