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Gründer-Messe bei der IHK Zahl der Startups hat sich verdoppelt

Es geht um Businesspläne, Finanzierung und Marketing, um Geschäftskontakte - und darum, Geldgeber von der eigenen Unternehmensidee zu überzeugen. Bei der Gründermesse in Frankfurt findet eine Meta-Suchmaschine für Verlorenes die größten Sympathien.

10.03.2015 18:19
Sandra Hendele
Das Unternehmen Human Therapy zeigt neue Ideen im Gesundheitsbereich. Foto: peter-juelich.com

Lars Reiner holt noch ein Mal tief Luft. In den letzten Sekunden will er alles geben, um die Jury von sich zu überzeugen. „Die Zeit ist leider um“, sagt Moderatorin Ramona Lange. Zu spät. Er kann seine Geschichte nicht mehr vollenden. Es ist nicht so einfach, ein Geschäftskonzept in 120 Sekunden vorzustellen. Doch genau das ist die Grundidee von einem Elevator Pitch. Innerhalb der Länge einer Aufzugsfahrt sollen Jungunternehmer ihre Idee präsentieren und die Jury beziehungsweise Geldgeber für sich gewinnen.

Der Elevator Pitch war einer von vielen Programmpunkten, den die Aufschwung-Messe am Dienstag zum Thema Selbstvermarktung anbot. Zum neunten Mal fand am Börsenplatz im IHK- Gebäude die Gründer-Messe statt. Rund 50 Aussteller und insgesamt 300 Experten gaben Auskünfte über Businesspläne, Finanzierung und Marketing. Ebenso kamen auch viele Kleinunternehmer zur Messe und wollten neue Kontakte knüpfen oder finanzielle Beratung einholen.

Dieses Jahr wurden besonders viele Startups vorgestellt, 25 an der Zahl. „Das ist ein horrendes Wachstum gegenüber den Vorjahren, da hatten wir nur halb so viele“, sagt Mireille-Gaby Siebert, Veranstaltungsleiterin der Beewell Business GmbH.

Die Startups hatten bei dieser Messe vor allem die Möglichkeit, sich direktes Feedback von Experten zu holen. Wie etwa beim Speed-Mentoring. Dort erhielten fünf Startups Kritik und Vorschläge direkt vom Publikum. Auf Flipcharts konnten Unternehmer, Investoren und Besucher ihre Bewertung für die jeweilige Geschäftsidee abgeben.

In diesem Jahr belegte das Zentrale Fundbüro, eine Meta-Suchmaschine für Verlorenes, den ersten Platz. Die Idee kam Gründer Markus Schaarschmidt Ende letzten Jahres, als sein Rucksack spurlos verschwand und weder Fundbüro, noch Polizei wirklich weiterhelfen konnten. „Über diese Suchmaschine werden das Handling von Fundsachen und Verlustanfragen vereinfacht und zentralisiert“, so Schaarschmidt. Pläne, das Projekt auszubauen, gibt es auch schon. „Ich hoffe, dass das Angebot auch im ganzen Rhein-Main Gebiet angenommen wird.“

Nadine Brams wurde für ihre etwas anderen Tortenständer, in Form eines Schafs, mit dem zweiten Platz belohnt. „Während der Schwangerschaft habe ich viel gebacken und mit Fondant und Marzipan experimentiert. So entstand die Idee. Ich hätte nie gedacht, dass daraus ein richtiges Unternehmen wird“, erzählte die gelernte Bankkauffrau. Sie hätte zwar einen Businessplan, aber im Marketing müsste noch einiges passieren. „Ich hoffe, hier auf der Messe Kontakte knüpfen zu können. Eine Kooperation mit einer Bäckerei oder Konditorei wäre perfekt“, so Brams. Zunächst möchte die Unternehmerin noch weitere Figuren neben dem Schaf etablieren.

Passenderweise lieferten auch junge Unternehmer das Essen für die Veranstaltung, in Form von Street Food. Vor dem IHK Gebäude waren vier Foodtrucks aufgereiht. Einer davon war Bullys Burger. Die beiden Betreiber Erdem Kilavuz und Daniel Zoumpoulakis sind seit Oktober 2014 mit ihrem Futtermobil unterwegs. „Das ist sogar ein Originaltruck aus den USA. Dort ist die Szene für Street Food ja viel größer“, sagte Kilavuz. Die beiden haben bereits zwei Burgerrestaurants in Frankfurt Bockenheim und Mainz. Da viele ihrer Stammkunden fragten, ob sie ihr Essen nicht überall anbieten könnten, kamen die zwei Köche auf die Idee für den Foodtruck. „Das Ganze ist ja noch ein sehr junges Projekt,“ so Kilavuz. Bis jetzt seien sie jedoch sehr erfolgreich und hätten schon viele Anfragen bekommen. Die Zeit wird zeigen, ob die Idee ein Strohfeuer bleibt oder zu einem großen Unternehmen wächst.

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