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Gründer in Frankfurt Gutes Klima für Start-ups

Eine Umfrage deutet darauf hin, dass Frankfurt als Gründerstadt an Bedeutung gewinnt.

Yvonne Schrodt und Jana Ehret
Yvonne Schrodt und Jana Ehret, Gründerinnen von „Co Work & Play“. Foto: Peter Jülich

In der Frankfurter Gründerszene wächst das Selbstbewusstsein. Nach einer von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Auftrag gegebenen Umfrage unter 50 jungen Unternehmen aus Frankfurt rechnen 90 Prozent mit einer steigenden Bedeutung Frankfurts als Start-up-Hub. Fast alle beurteilen das Gründerklima in Frankfurt als gut oder sehr gut.

Damit bewerteten die hiesigen Entscheider von Start-ups ihre Bedingungen im Vergleich mit acht anderen deutschen Gründerstädten überdurchschnittlich positiv. Immerhin 36 Prozent der Befragten bescheinigen Frankfurt eine eigene Gründerkultur. Auch das ist ein überdurchschnittlich hoher Wert. 

Auch die Fremdwahrnehmung Frankfurts ist nicht schlecht: Nach Einschätzung der 450 Start-ups, die PwC bundesweit für die Studie befragen ließ, landet Frankfurt bei der Frage nach den Standorten, die künftig an Bedeutung gewinnen werden immerhin auf Platz 3. 

„Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet entwickeln sich immer mehr zu einer wichtigen Gründerregion“, sagt Ulrich Störk, Leiter des Frankfurter PwC-Standorts. Zwar sei Berlin derzeit noch hipper und cooler als Frankfurt. „Angesichts der vielen Standortvorteile, die Frankfurt bietet, etwa die Nähe zur internationalen Finanzwelt, nehmen die hiesigen Start-ups diesen Nachteil aber in Kauf“, sagt Störk im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. 

Nicht nur für Fintechs sei Frankfurt attraktiv. Die Stadt biete auch anderen Branchen, etwa im Bereich Logistik oder Chemie, ein sehr spannendes Umfeld für junge, digitale Unternehmen. 

In den vergangenen Jahren sei das Angebot für Gründer in Frankfurt stark gewachsen. Das habe sich ausgezahlt, sagt Störk. „Frankfurt liegt aktuell sicherlich hinter Berlin. Vor dem Angebot in München oder Hamburg muss man sich in Frankfurt aber keinesfalls verstecken.“ 

Gute digitale Infrastruktur 

Gleich in mehreren Kategorien schneidet der Standort Frankfurt im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich ab. So bewerten fast zwei Drittel der befragten Unternehmen aus Frankfurt und Umgebung die digitale Infrastruktur, also etwa die Verfügbarkeit von Highspeed-Internet, als sehr gut.

Im bundesweiten Schnitt sind es nur 46 Prozent. Besser als die Start-ups in anderen Standorten schneidet Frankfurt zudem beim Zugang zu finanziellen Mitteln und den Möglichkeiten des Austauschs und der Vernetzung ab. 

Schwierigkeiten haben auch die Frankfurter Start-ups unter anderem bei der Suche nach geeigneten Beschäftigten. Zehn Prozent bezeichneten diese in der Umfrage als „sehr schwierig“, 48 Prozent als „eher schwierig“. Auch in diesem Bereich bewerten die Frankfurter ihre Bedingungen allerdings besser als die Entscheider junger Unternehmen in anderen Städten. 

„Durch die vielfältige Hochschullandschaft im Rhein-Main-Gebiet existiert eine sehr gute kaufmännische sowie technische Expertise und viel kreatives Potenzial, auf das die regionale Wirtschaft zugreifen kann“, sagt Störk. 

Dass die Region Frankfurt ein hervorragendes Umfeld zum Leben und Arbeiten biete und dadurch hochqualifizierte Menschen anziehe, komme nicht nur den etablierten Unternehmen, sondern auch den Start-ups zu Gute. 

Nachholbedarf sieht man bei PwC etwa bei der Kooperation mit Unternehmen und Hochschulen. 40 Prozent der befragten Frankfurter Start-ups gaben an, keinen Kooperationspartner zu haben. Sogar nur zwölf Prozent der Frankfurter Gründer arbeiteten mit einer wissenschaftlichen Einrichtung zusammen. Bundesweit sind es nach der Umfrage immerhin 16 Prozent. 

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