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Großeinsatz im Frankfurter Ostend Schule schließt wegen Juckreiz

Großeinsatz an der Helmholtzschule im Frankfurter Ostend: Weil 180 Schülerinnen und Schüler einen Juckreiz verspüren, wird das Gymnasium geschlossen. Die Suche nach der Ursache gestaltet sich schwierig.

Feuerwehrleute warten auf dem Hof der Helmholtzschule auf ihren Einsatz. Gebraucht werden sie nicht. Foto: Christoph Boeckheler

Schule aus!“ Es ist kurz vor zwölf, als die Kinder aus der achten Klasse Freudenschreie ausstoßen und durchs Tor auf die Brüder-Grimm-Straße laufen. Gerade haben sie erfahren, dass es am Dienstag an der Helmholtzschule keinen Unterricht mehr geben wird. Weil 180 Schülerinnen und Schüler nach einer allergischen Reaktion starken Juckreiz verspürten, wurde das Gymnasium im Ostend geschlossen. Eine ernste Gesundheitsgefahr für die Kinder und Jugendlichen besteht nicht, allerdings herrscht über die Ursache für die Beschwerden noch Unklarheit. Das Gymnasium bleibt deswegen am heutigen Mittwoch geschlossen.

Begonnen hatte alles ganz harmlos, wie Direktor Volker Dorsch erklärte. Um kurz vor 8 Uhr hätten fünf Schüler einer fünften Klasse über Juckreiz geklagt. „Die hatten Pusteln am Arm“, so Dorsch. Die Lehrer schickten die Kinder nach Hause.

Größeres Problem

In der folgenden Stunde aber wurde deutlich, dass es an der Helmholtzschule durchaus ein größeres Problem gibt. Bis zu 30 Schüler aus den Klassen fünf bis neun standen zeitweise im Sekretariat, weil ihnen die Haut juckte. Direktor Dorsch entschied daraufhin, das Stadtgesundheitsamt und die Feuerwehr zu rufen. Damit begann ein Großeinsatz im Ostend. Zahlreiche Rettungswagen fuhren auf den Schulhof, auf der Habsburgerallee parkten zwei Busse der Feuerwehr und des Arbeiter-Samariter-Bundes, um eine große Zahl von Verletzten darin schnell behandeln zu können.

Gebraucht wurden die Fahrzeuge freilich nicht. Die 180 Schülerinnen und Schüler, die mittlerweile Beschwerden hatten, mussten in der Turnhalle warten. „In der Zeit durften wir unsere Klassenräume nicht verlassen“, erzählte die 18-jährige Florentine, die die 13. Klasse besucht und keine Symptome hatte. Als die Notarztwagen eintrafen, besuchte sie gerade den Geschichtsunterricht. In der Turnhalle untersuchte Oswald Bellinger vom Stadtgesundheitsamt derweil die Schüler mit Beschwerden. Schnell stellte der Leiter der Abteilung Infektiologie fest, dass offenbar niemand an einer ansteckenden Krankheit litt. „Wir haben es mit einer Kontaktallergie zu tun“, sagte der Mediziner. Sprich: Die Schüler müssen mit einem Stoff in Berührung gekommen sein, auf den sie mit Hautausschlag reagierten.

Ursache nicht gefunden

Bellinger ging davon aus, dass die Beschwerden von selbst verschwinden. Andernfalls müssten die Jungen und Mädchen spätestens am Mittwoch zum Arzt gehen. So steht es auch in einem Brief der Schulleitung an die Eltern, den alle Schüler mit Symptomen mit nach Hause bekamen.

Die Suche nach der Ursache für die Beschwerden gestaltete sich schwierig. Womöglich habe irgendein neues Putzmittel die allergische Reaktion ausgelöst, mutmaßte Dorsch, auch Milben in der alten Turnhalle könnten für die Symptome verantwortlich sein. Die Experten des Gesundheitsamts durchkämmten daraufhin den gesamten Nachmittag über die Schule – allerdings ohne Ergebnis. Mittlerweile geht die Behörde eher davon aus, dass die Jugendlichen außerhalb der Schule mit einem Stoff in Berührung gekommen sind, auf den sie allergisch reagierten. Auch an anderen Schulen hätten einzelne Jugendliche Beschwerden gehabt, sagte Dorsch. Und manche Schüler seien wegen derartiger Symptome gleich daheimgeblieben.
Dennoch will sich das Gesundheitsamt am Mittwoch noch einmal in der Helmholtzschule umsehen. Zudem ist eine gründliche Reinigung der Gebäude geplant. Die Schüler sollen zu Hause bleiben, die geplanten Bundesjugendspiele wurden abgesagt.

Eine Hotline des Stadtgesundheitsamts für Schüler, Eltern und Ärzte ist unter der Nummer 212-70300 geschaltet.

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