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Green Capital Kritische Fragen vor dem Finale

Frankfurt präsentiert in Brüssel seine Bewerbung als Europäische Umwelthauptstadt 2014 - die Jury der EU-Kommission will dabei auch mehr zur neuen Landebahn des Flughafens wissen.

Grün ist die Stadt schon. Ob Frankfurt zur grünen Hauptstadt Europas gewählt wird, entscheidet sich aber erst in zwei Jahren.

Sechzehn Konkurrenten hat Frankfurt schon hinter sich gelassen, darunter Metropolen wie Paris, Wien und Turin. Nur noch Bristol und Kopenhagen sind mit im Rennen um den Titel der Europäischen Umwelthauptstadt 2014. Am 29. Juni wird die Entscheidung bekanntgegeben, jetzt haben Bürgermeister Olaf Cunitz und Umweltdezernentin Manuela Rottmann (beide Grüne) die Bewerbung der Mainmetropole vor einer Jury der EU-Kommission in Brüssel präsentiert.

90 Minuten waren das, wie die beiden Politiker am Montag berichteten. Und natürlich sahen sich Cunitz und Rottmann mit kritischen Nachfragen der Jury wegen der aktuellen Auseinandersetzung um die neue Landebahn des Rhein-Main-Flughafens konfrontiert. „Ist die Kommunikation mit den Bürgern nicht gescheitert, wenn es jetzt zu Protesten kommt?“, hieß eine der Fragen. Und Rottmann beantwortete sie durchaus selbstkritisch: Die Mediation zum Flughafenausbau habe „zumindest nicht dazu geführt, dass die Entscheidung als legitim angesehen wird.“ Das Motto der Umweltdezernentin heißt: „Die Kommunikation mit den Bürgern nicht abreißen lassen.“ Als „Perspektive“ für die von Fluglärm Betroffenen definiert sie: „Lärmpausen“ müssten erreicht werden.

Die beiden Politiker der Grünen hätten Frankfurt in Brüssel keineswegs als „Ökotopia“ angepriesen, so Cunitz. Sie benannten aber eine ganze Reihe von Pluspunkten, mit denen Frankfurt sich als „Green Capital“ beweise. Die positive Entwicklung der Mainufer zu einer Erholungszone für die Menschen, der Grüngürtel, der 2011 sein 20-jähriges Bestehen feierte. Auch mit dem neuen Europaviertel an der Messe warb Frankfurt in Brüssel für sich, als einer gelungenen Konversionsfläche – hier lag früher einmal der Hauptgüterbahnhof.

Schließlich argumentierten sie, dass der Wirtschaftsstandort Frankfurt sich gewandelt habe. Die industriellen Dreckschleudern von früher seien verschwunden, der Industriepark Höchst etwa zeige sich vorbildhaft.

Ein Vier-Minuten-Film zeigt den Weg der Grüne-Soße-Kräuter

Beim Thema Planen und Bauen demonstrierten die Vertreter der schwarz-grünen Stadtregierung, wie sie Frankfurt in den nächsten Jahren verdichten wollen, ohne große neue Freiflächen zu versiegeln. Gut aufgestellt sehen Cunitz und Rottmann Frankfurt beim Thema Klimaschutz und Energieeffizienz – hier verwiesen sie auf den Rang als „Hauptstadt des Passivhausbaus“. Nicht leugnen wollte Planungsdezernent Cunitz die Verkehrsprobleme: „Wir haben immer noch 320000 Einpendler am Tag.“ Hier müsse der Anteil des öffentlichen Personennahverkehrs dringend gesteigert werden. Der Bürgermeister nahm auch den jetzt beschlossenen Modellversuch für Tempo 30 nachts auf Hauptstraßen als Beleg dafür, dass man die Probleme des Individualverkehrs angehe.

Zur Bewerbung in Brüssel gehörte auch ein Film von wenig mehr als vier Minuten, der den Weg der Oberräder Grüne-Soße-Kräuter vom Feld weg zeigt und dabei viele Informationen einstreut. Da lernen die Zuschauer zum Beispiel, dass es 1400 Pflanzenarten auf Frankfurter Stadtgebiet gibt – darunter 120 seltene und geschützte.

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