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Goetheturm in Frankfurt Hohe Spendenbereitschaft für neuen Goetheturm

1. UpdateWährend die Ermittler nach dem Brand des Goetheturms weiter nach Spuren suchen, engagieren sich viele Bürger für den Wiederaufbau. Zudem wird bekannt, dass die Stadt den Turm zeitweise überwachen ließ.

Frankfurt
Der Goetheturm am Morgen nach dem Brand. Es bleiben nur rauchende Trümmer zurück. Foto: Andreas Arnold (dpa)

Einen Tag nach dem verheerenden Brand am Frankfurter Goetheturm haben die Ermittler noch keine konkrete Spur zur Brandursache oder möglichen Verantwortlichen. Die Ermittlungsarbeiten am abgesperrten Brandort im Stadtwald dauerten an und würden in den kommenden Tagen fortgesetzt, sagte Polizeisprecher André Sturmeit am Freitag der Frankfurter Rundschau. Bislang geht die Polizei von fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung aus. Der Goetheturm war in der Nacht zu Donnerstag durch einen Brand vollständig zerstört worden. Die Feuerwehr hatte lediglich ein Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Ausflugscafé und den Stadtwald verhindern können.

Um den Ablauf des Brandes zu rekonstruieren und festzustellen, ob etwa ein Brandbeschleuniger zum Einsatz kam, würden Teile des Brandschutts jetzt auch von Experten des Landeskriminalamts untersucht, sagte Sturmeit. Die Untersuchungen würden vermutlich einige Wochen in Anspruch nehmen. „Ansonsten kriegen wir natürlich eine ganze Menge Hinweise von Anwohnern“, so Sturmeit. Da bisher nicht einmal geklärt sei, ob das Feuer am Fundament des Turms oder auf der Aussichtsplattform ausgebrochen sei, sei man weiter auf der Suche nach Zeugen.

Brand offenbar befürchtet

Wie Alexandra Chmielewski, Referentin von Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) am Freitag bestätigte, hatte die Stadt eine Brandstiftung am Goetheturm bereits befürchtet: Seit im Mai und Juni der Koreanische Pavillon im Grüneburgpark und der Pavillon im Chinesischen Garten abgebrannt seien, habe die Stadt den Turm und andere Orte aus Sorge vor einem Serienbrandstifter punktuell von einem Sicherheitsdienst bewachen lassen. Dies sei in Rücksprache mit der Polizei entschieden worden. Wie viele Sicherheitsleute an wie vielen Orten im Einsatz waren, sagte Chmielewski aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Sie sagte auch nicht, welche Orte noch als potenziell gefährdet gelten. Wo der Sicherheitsdienst in der Nacht zu Donnerstag im Einsatz war, als der Goetheturm abbrannte, ist auch nicht bekannt.

Unterdessen nehmen die Bemühungen verschiedener Initiativen in der Stadt, Spenden für einen raschen Wiederaufbau des Goetheturms zu sammeln, Gestalt an. Am Donnerstag war bereits eine breite Befürwortung in Politik und Stadtgesellschaft für einen Neubau laut geworden. Der CDU-Stadtverordnete und Frankfurter Rechtsanwalt Christoph Schmitt sagte der FR, sein bereits am Donnerstag mit mehreren Anwaltskollegen ins Leben gerufener Verein zum Wiederaufbau des Frankfurter Goetheturms solle möglichst noch am Freitag eingetragen werden, um schnell die Gemeinnützigkeit beantragen und dann Spendenquittungen ausstellen zu können. „Wir haben schon die ersten Spendenzusagen von Privatleuten in überraschend großer Höhe“, sagte Schmitt. „Und wir haben noch gar nicht richtig angefangen mit dem Fundraising.“

Er sei daher optimistisch, eine relevante Spendensumme für die „Herzensangelegenheit“ eines neuen Turms zusammenzubekommen, sagte Schmitt. Sollte die Stadt den Neubau finanzieren, hoffe er, dass die Spenden dazu dienen könnten, den Bau zu beschleunigen. Schließlich würden Bauprojekte oft teurer als geplant und es sei dann kompliziert zusätzliche Mittel bereitzustellen, so Schmitt.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Goetheturm Frankfurt

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