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Goethe-Preis in Frankfurt Goethe-Preis nicht demontieren

Immer wieder sind die Träger des Goethe-Preises Gegenstand heftiger Kontroversen. Auf keinen Fall sollte der Preis nun demontiert werden. Ein Kommentar.

Goethe-Preis in Frankfurt
Auch wegen Preisträger Adonis gab es Kantsch. Foto: Uwe Lewandowski (epd)

Der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt feiert in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. Erster Preisträger war 1927 der Dichter Stefan George, eine wahrhaft politisch und künstlerisch umstrittene Person. Stets hat die Auszeichnung viel über den herrschenden Zeitgeist verraten. Immer wieder waren die Preisträger Gegenstand heftiger Kontroversen.

Die Konflikte erreichten einen Höhepunkt, als die Jury mit dem damaligen OB Walter Wallmann (CDU) 1982 auf die Idee verfallen war, den Schriftsteller Ernst Jünger auszuzeichnen. SPD, Grüne und außerparlamentarische Linke liefen Sturm, weil ihnen Jünger als geistiger Wegbereiter des Nationalsozialismus galt. Bis in die jüngste Vergangenheit reichen die Auseinandersetzungen. Der syrischstämmige Lyriker Adonis stand 2011 in der Kritik, weil er angeblich Sympathisant des Assad-Regimes war.

Es fällt auf, dass die Auszeichnung oft Personen gilt, die sich dem Ende ihres künstlerischen Lebenswegs nähern. Man könnte den Goethe-Preis auch anders denken: Als Ermutiger für Persönlichkeiten im Aufbruch. Und die Stadt darf ihren wichtigsten Preis nicht demontieren, so wie sie es 2017 durch die Umstände der Auszeichnung getan hat.

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