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Gesundheitsmanagement Fit bleiben im Beruf

Hessenwasser bietet seit eineinhalb Jahren ein betriebliches Gesundheitsmanagement an. Die Mitarbeiter sollen möglichst lange fit bleiben. Die Resonanz der Belegschaft war groß und ganz nebenbei stärkt das gemeinsame Training auch noch den Zusammenhalt.

Gemeinsame Gymnastik stärkt auch den Zusammenhalt. Foto: Hessenwasser

Das rote Backsteingebäude von Hessenwasser liegt mitten in der Pampa. Die Taunusstraße 100 in Groß-Gerau ist umgeben von Feldern, vier Milane ziehen ihre Kreise. Nach Stress sieht das alles nicht aus. Und doch hat die Unternehmensführung entschieden, dass im Betrieb mehr für die Gesundheit getan werden müsse – und zwar für die körperliche und die geistige Verfassung. Zusammen mit der Techniker Krankenkasse wurde vor eineinhalb Jahren begonnen, ein betriebliches Gesundheitsmanagement einzuführen.

Damit will Personalchef Ingo Halbritter erreichen, dass seine Mitarbeiter möglichst fit bleiben. Das Gesundheitsmanagement ist aber auch eine Reaktion darauf, dass die Belegschaft altert: Das Durchschnittsalter liegt jetzt bei 47 Jahren – und steigt naturgemäß weiter. Die meisten der insgesamt 380 Beschäftigten haben einen harten Job, arbeiten bei Wind und Wetter an der frischen Luft.

Grundlage für das Projekt „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, das zwei Jahre lang von der Techniker Krankenkasse unterstützt wird, war eine Mitarbeiterbefragung, die – freiwillig und anonym – auf eine große Resonanz bei der Belegschaft stieß.

85 Prozent der Bögen kamen ausgefüllt zurück. „Das ist unheimlich viel“, sagt der Pressesprecher von Hessenwasser, Hubert Schreiber.

Beanstandet wurde unter anderem „belastendes Vorgesetztenverhalten“, aber auch Arbeitshaltung oder die Beleuchtung. Den Führungskräften wurden daraufhin „Informations- und Reflexionstage“ angeboten. Licht und Sitzhaltung am Schreibtisch wurden überprüft. Vor allem aber wurde, so Schreiber, „eine große Kommunikationsmaschinerie angeschmissen“.

„Führung und Kommunikation“ seien nach bisherigem Erfahrungsstand die wichtigsten Komponenten beim betrieblichen Gesundheitsmanagement, sagt Denise Jakoby von der Techniker Krankenkasse. Ziel ist nicht nur der gesunde, sondern auch der zufriedene und motivierte Mitarbeiter. Inzwischen gilt als erwiesen, dass Beschäftigte, die eine abwechslungsreiche Tätigkeit ausüben, die ihnen Spaß macht, weniger oft erschöpft sind oder depressiv werden.

Bei Hessenwasser wurden durch die Fragebögen auch die sogenannten „Ressourcen“ der Mitarbeiter ermittelt. Dazu zählen „Aufgabenvielfalt“ und „Tätigkeitsspielraum“, aber auch „soziale Unterstützung“ durch Kollegen und Vorgesetzte. Es soll ein Klima des Vertrauens geschaffen werden. Die Beschäftigten sollen sich trauen, über Befindlichkeiten zu reden – gerade auch dann, wenn sich diese bereits zu einem Dauerproblem verfestigt haben. Damit das funktionieren kann, wurde dem Betriebsarzt ein Sozialberater zur Seite gestellt.

Der Betriebsratsvorsitzende von Hessenwasser, Michael Pschiebel, berichtet von einem Mitarbeiter, der mit seiner Partnerin nicht mehr klarkam, zu viel Alkohol trank und Schulden hatte. Im Team sei es gelungen, den Mann zu stabilisieren. Die meisten Probleme, so die Vertreter des mittelständischen Wasserlieferanten, würden nicht im Betrieb, sondern im privaten Umfeld entstehen.

Was sich konkret durch das Gesundheitsmanagement verändert hat, ist offenbar schwer auszumachen. Schließlich habe man der Gesundheit der Mitarbeiter und dem Betriebssport schon seit Jahren viel Aufmerksamkeit geschenkt. „Das ist für uns ja keine neue Welt“, sagt Schreiber. Badminton, Nordic Walking, Joggen, Fußball gehören ebenso zum Angebot wie Radtouren oder Skiurlaub.

Vor etwa sieben Jahren wurde im Keller ein Fitnessstudio mit einer erklecklichen Anzahl von Trainingsgeräten eingerichtet. Der Crosstrainer wurde so oft benutzt, dass er bereits ausgetauscht werden musste, wie Pressesprecher Schreiber erzählt. Das i-Tüpfelchen im Gesundheitsprogramm aber sei die Kantine. Gerade ist das Mittagessen – Putengeschnetzeltes, Gemüse, Salat – vorbei, die Bediensteten räumen auf und klappern mit den Bestecken. Zu trinken gibt es immer reichlich: Auf dem Parkettboden steht ein Automat mit Hessenwasser, kostenlos, versteht sich.

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