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Gerichtsurteil in Ägypten Frankfurter Arzt bleibt in Haft

Ein ägyptisches Gericht bestätigt die zweijährige Haftstrafe gegen fünf Aktivisten. Unter ihnen ist auch der Frankfurter Arzt Ahmed Saib. Amnesty International sieht in dem Urteil ein weiteres Beispiel für die Willkür der ägyptischen Justiz.

27.01.2016 19:18
Der Frankfurter Arzt Ahmed Said bleibt in Haft.

Der Frankfurter Arzt Ahmed Said bleibt in Ägypten in Haft. Ein Gericht in Kairo hat eine zweijährige Haftstrafe gegen fünf Aktivisten bestätigt. Der Richter habe eine Berufung gegen das Urteil abgelehnt, meldete die ägyptische Nachrichtenseite Al-Masry al-Youm am Mittwoch.

Unter den Verurteilten ist laut seiner Familie auch Said, der in der Vergangenheit als Arzt an der Frankfurter Uniklinik gearbeitet hatte. Das Urteil sei ein weiteres Beispiel für die Willkür der ägyptischen Justiz, erklärte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Ein Gericht hatte die Angeklagten Mitte Dezember wegen angeblich illegalen Protests verurteilt. Ihnen war vorgeworfen worden, im November am vierten Jahrestag von blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei ohne Erlaubnis in Kairo auf die Straße gezogen zu sein und diese blockiert zu haben. Ahmed Saids Anwalt sprach anschließend von einem politisch motivierten Urteil.

In den vergangenen Wochen hatten sich Freunde aus Frankfurt für Ahmed Said eingesetzt. Nach ihren Berichten war der Mediziner im Polizeigefängnis gefoltert worden. Während der Verhöre hätten ihn Beamte mit Schlägen, Elektroschocks und brennenden Zigaretten misshandelt. In seiner Gefängniszelle sei es extrem kalt gewesen. Said habe auf dem nackten Boden schlafen müssen und keine Gefängniskleidung zum Wechseln erhalten. Als Toilette habe ein Loch im Boden gedient. Elf Tage lang habe er keinen Kontakt zu seinen Angehörigen aufnehmen dürfen.

Wegen der Zustände in dem Gefängnis ist Ahmed Said laut seiner Freunde in den Hungerstreik getreten. Zwischenzeitlich sei er in eine andere Haftanstalt verlegt worden, wo er besser behandelt werde. Seine Freunde begründeten das mit „öffentlichem Druck“. Mit seiner Freilassung hatten sie allerdings nicht gerechnet. (dpa/geo)

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