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Gedenktag Was von Anne Frank weiterlebt

Frankfurt ehrt das von den Nationalsozialisten ermordete Mädchen mit dem ersten Anne-Frank-Tag. Fortan soll dieser Gedenktag jedes Jahr mit wechselnden Schwerpunktthemen begangen werden.

08.06.2017 21:49
Anne Frank
Das Tagebuch der Anne Frank - die Stadt Frankfurt möchte am Montag dem ermordeten Mädchen gedenken. Foto: Michael Schick

Am kommenden Montag feiert Frankfurt eine große Schriftstellerin. Denn Schriftstellerin, „das war ihr Berufswunsch“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann über das 1929 im Dornbusch geborene Mädchen Anne Frank, das 1945 im nationalsozialistischen Konzentrationslager Bergen-Belsen starb und der Welt sein berühmtes Tagebuch hinterließ. Am kommenden Montag, 12. Juni, der Anne Franks 88. Geburtstag hätte sein können, ehrt Frankfurt die Ermordete mit dem ersten Anne-Frank-Tag, der fortan jährlich mit wechselnden Schwerpunktthemen begangen werden soll.

„Was von Anne Frank weiterlebt, ist ihre Botschaft“, sagte Feldmann bei der Vorstellung des Programms. Die Botschaft, dass jeder daran mitwirken könne, die Welt menschlicher und gerechter zu gestalten. „Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt langsam zu ändern!“, schrieb Anne Frank am 26. März 1944, wenige Monate vor der Verhaftung und Deportation der jüdischen Familie. Dieses Zitat ist dem diesjährigen Programm als Motto vorangestellt. Denn „der Schwerpunkt des ersten Anne-Frank-Tages liegt auf aktuellen menschenrechtlichen Bezügen“, sagte Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Es gehe darum, aus dem Gedenken an Anne Frank heraus, Formen des Engagements zu entwickeln.

Webers Dezernat und das Kulturdezernat richten den Gedenktag gemeinsam mit der Bildungsstätte Anne Frank aus, deren Direktor Meron Mendel die Idee zu jährlichen Veranstaltungen am 12. Juni hatte. Zahlreiche Kooperationspartner zeichnen für Teile des umfangreichen Programms verantwortlich, darunter etwa die Jüdische Gemeinde, das Jüdische Museum, der Frankfurter Jugendring und der vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten und der Bildungsstätte koordinierten „Partnerschaft für Demokratie“. Diese richtet am Anne-Frank-Tag eine Konferenz im Stadthaus aus. Unter dem Titel „Korrekturen. Kunst für den öffentlichen Raum“ soll diskutiert werden, wie Kunst als demokratisches Korrektiv gegen Rechtspopulismus wirken kann. 

 

Rund ein Dutzend Kunstaktionen können in der Innenstadt erkundet werden. So sendet das Flüchtlingsradio „Good Morning Deutschland“ live aus dem Kindermuseum an der Hauptwache, das Theater La Senty Menti setzt sich im Stadthaus mit Regeln für das Ankommen in Deutschland auseinander, oder die Künstlerin Katharina Müller befragt auf dem Römerberg Menschen zu ihren Haltungen und zeichnet diese. „In allen Ecken der Innenstadt wird etwas passieren“, verspricht Meron Mendel. Mitglieder des Jugendrings sammeln außerdem ab 15 Uhr gespendete Anne-Frank-Tagebücher am Willy-Brandt-Platz, um später die öffentlichen Bücherschränke der Stadt damit zu bestücken.

Wie man sich getreu Anne Franks Botschaft gegen Rassismus einsetzen kann, das zeigt beispielhaft die Integrierte Gesamtschule Eschersheim, die Montagmorgen den Titel „Schule ohne Rassismus“ verliehen bekommt. Und rund 400 Jugendliche zeichneten für den Comicwettbewerb der Bildungsstätte unter dem „Welt retten“ moderne Superheldinnen und Superhelden, von denen die überzeugendsten am Anne-Frank-Tag prämiert werden.

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