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Gedenken an Sikorski Fast bis zum Lebensende gearbeitet

Er arbeitete auch vom Krankenbett aus mit Energie und Spaß, die Hoffnung blieb bis zum Schluss. Viele seiner Nächsten hofften mit ihm. Vergeblich. Vor

05.01.2011 17:23
Jutta Ochs

Er arbeitete auch vom Krankenbett aus mit Energie und Spaß, die Hoffnung blieb bis zum Schluss. Viele seiner Nächsten hofften mit ihm. Vergeblich. Vor Weihnachten erlebte Lutz Sikorski, der grüne Frankfurter Verkehrsdezernent, noch eine gute Phase. An Silvester dann sei es rapide bergab gegangen, berichten Verwandte, Freunde und Weggefährten, die in den vergangenen Tagen den an Knochenkrebs Erkrankten in der Höchster Klinik ständig besucht hatten. Abschied hatte auch Oberbürgermeisterin Petra Roth genommen.

Sein Tod in den frühen Morgenstunden des 5. Januars ist ein Schock für viele Frankfurter. Lutz Sikorski, der 61 Jahre alt wurde, wollte, dass nur sein engerer Kreis von seiner Krankheit wusste. Zu diesem Kreis gehört Bürgermeisterin Jutta Ebeling. Sie habe durch seinen Tod „auch persönlich einen großen Verlust erlitten“. Mehr als 20 Jahre lang bildeten Ebeling und Sikorski ein politisches Team und waren privat eng verbunden. Ebeling war Trauzeugin, als Sikorski seine aus dem Iran stammende Frau Ghodsi Hejazi heiratete. Römer-Politiker sprachen ihr gestern ihr Mitgefühl aus. Aus einer früheren Beziehung hat Sikorski einen erwachsenen Sohn.

1985 wurde er erstmals um Grünen-Stadtverordneten gewählt

Im Jahr 1985 wurde der Grünen-Politiker erstmals in die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung gewählt. Er war Fraktionschef der Grünen im Römer. Im Stadtparlament erarbeitete er sich einen Ruf als engagierter, kompetenter Verkehrsexperte, als unterhaltsamer Redner und exzellenter Stratege. Seit 2006 gehörte Lutz Sikorski dem Magistrat als Verkehrsdezernent an.

Roth würdigte Sikorski am Mittwoch als „markanten und profilierten Politiker“, der seine Stadt und die Menschen kannte und sein Ressort „bis ins Detail“ beherrschte. Der Vorsitzende der Flughafen-Ausbau-Gegner, Rainer Rahn, nannte Sikorski eine „außergewöhnliche Persönlichkeit“, „nie verletzend“, „humorvoll“, immer bereit zur sachlich-fairen Diskussion. Die Frankfurter FDP, Partei und Fraktion, trauert „tief erschüttert“ um einen „fairen politischen Partner“. Der Koalitionspartner der Grünen, die CDU-Fraktion im Römer, nennt Lutz Sikorski einen „geschätzten“ und „verlässlichen Wegbegleiter“.

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