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Gebürenerhöhung Bestattungen in Frankfurt werden teurer

Weil sich immer weniger Menschen in Frankfurt bestatten lassen, die Instandhaltungskosten aber bleiben, werden die Gebühren um durchschnittlich zwölf Prozent steigen.

Friedhof in Frankfurt
Grab auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt. Foto: Peter Jülich

Die Einwohnerzahl in Frankfurt steigt – aber es gibt immer weniger Bestattungen in der Stadt. Manche wollen lieber in ihren Heimatorten beigesetzt werden, andere bevorzugen einen Friedwald. Einigen suchen sich preisgünstigere Orte für die Beerdigung. Da sich immer weniger Menschen auf einem der 36 städtischen Friedhöfe bestatten lassen, entsteht jährlich ein Defizit: Vergangenes Jahr waren es 2,5 Millionen Euro. Die Stadtverordneten haben nun am Donnerstag beschlossen, die Bestattungsgebühren ab 1. Juli um durchschnittlich zwölf Prozent zu erhöhen.

Nicht nur lassen sich weniger Menschen in Frankfurt beisetzen – 2006 waren es noch rund 5400 Bestattungen, zehn Jahre später nur noch etwa 4700 –, der Trend geht auch weg von der Erdbestattung zur günstigeren Urnenbeisetzung. Auch durch diese Entwicklung ist es schwer, mit den Gebühreneinnahmen die Friedhöfe zu pflegen. Die Bestattung im Sarg soll daher künftig 3455 Euro statt 2551 Euro kosten. Die Gebühr für eine Urnenbestattung steigt von 1411 auf 1476 Euro. 

FDP will Friedhofsflächen „stilllegen“

Die Opposition ist von der Gebührenerhöhung wenig begeistert. Für Martin Kliehm (Linke) bedeutet sie, dass „sich viele nun nicht mehr nur das Leben in Frankfurt nicht leisten können, auch nicht das Sterben“. Man solle die Gebühren halbieren und schauen, ob dann Menschen sich immer noch nicht in Frankfurt bestatten ließen. Um die Kosten der Friedhofspflege zu senken, „sollte man über eine Umnutzung von Teilen der Friedhöfe nachdenken“. Auf einem Teil des alten Petersfriedhofs stehe auch eine Schule. Michael Bross (FDP) will zur Kostensenkung „einige Flächen stilllegen“ und als Freiflächen mit Denkmälern erhalten.

Gar nicht mehr geben wird es nach der neuen Friedhofsordnung Tiefgräber, in denen die Verstorbenen übereinander bestattet werden. Auch Urnenkompaktanlagen werden nicht mehr angeboten. Grund: Sie werden nicht mehr nachgefragt. Dafür dürfen Rasengräber eine Ablagefläche für Blumen und Grabschmuck bekommen. Diese Grabart wird zunächst auf dem Friedhof Harheim eingeführt. 

 

Da Friedwälder an Bedeutung gewinnen, will die Stadt den veränderten Wünschen in der Bevölkerung Rechnung tragen: Es soll einen Trauerwald auf dem Oberräder Friedhof geben, in dem Menschen unter Bäumen bestattet werden können. Neu hinzukommen soll auch ein Trauerhain als Streuobstwiese auf dem Friedhof in Nieder-Erlenbach.

Trotz der Gebührenerhöhung werden die Einnahmen nicht die Kosten der Friedhofspflege decken. Deshalb übernimmt die Stadt zusätzlich einen Betrag von rund einer Million Euro aus dem allgemeinen Haushalt, erhöht damit ihren Anteil auf sieben Millionen Euro. „Die Friedhöfe sind aber erfrischende Klimaoasen, Inseln der Artenvielfalt und öffentliche Flächen, die der Naherholung dienen“, sagte Ursula auf der Heide (Grüne). Auch seien es Geschichtsparks. Es werde auch künftig nötig sein, für die Pflege Haushaltsmittel einzusetzen. „Wir müssen über neue Nutzungen nachdenken wie digitale Trauerräume und Beerdigungen mit Haustieren“, sagte auf der Heide.

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