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Gastronomie in Frankfurt Ein Restaurant der besonderen Art

In der Frankfurter Innenstadt eröffnet ein Restaurant, in dem alle zwei bis vier Wochen nicht nur die Speisekarte, sondern gleich der gesamte Betrieb wechselt.

Guck mal wer da kocht
Hernando Ospina (li.) und Daniele Marino sind die Macher hinter dem Konzept. Foto: Peter Jülich

Als Probier-Häppchen in Papp-Schüsselchen gibt es an diesem Abend etwas Typisches aus der Dominikanischen Republik: Hochrippe vom Simmentaler Rind mit roten Bohnen und Kochbananen. Als kulinarischer Repräsentant aus Offenbach hingegen dient die „069 Stulle“: Das ist Vinschgauer vom Dottenfelder Hof mit Hochheimer Handkäs und, na klar, Grüne-Soße-Kräutern. „Die Offenbacher Stulle ist aber nur ein Spaß für den heutigen Abend “, sagt Daniele Marino (31) und lacht.

Er ist einer der Macher des neuen Restaurants „Guck Mal Wer Da Kocht“ in der Innenstadt, das am Montag, 19. Februar, um 11 Uhr in der Meisengasse 9 eröffnet. Hier gibt es vor allem eins: Streetfood aus der ganzen Welt. Von Tapioca Dumplings aus Thailand hin zu Fataya, gefüllte Teigtaschen aus Senegal.

Das Konzept: Alle zwei bis vier Wochen wechselt nicht nur die Speisekarte, sondern auch der komplette Betrieb. „Den Anfang macht „Perú Deputamaré“, ein peruanisches Geschwisterduo aus Bonn. „Keine Sorge die Spezialität Meerschweinchen gibt es nicht. Dafür aber peruanische Klassiker wie Ceviche und Causa Rellena“ – ein beliebtes, kaltes Kartoffelgericht in Peru“, erzählt Marino. Ab 4. März geht es kulinarisch weiter in die Karibik. „Sazón Caribe“ bietet typisch karibische Küche aus den Händen des Streetfood-erprobten Frankfurter Dominikaners, Saulo Cruz.

Vor wenigen Tagen gab es einen ersten Vorgeschmack beim Soft Opening für geladene Gäste. An dem Tag ist die Innentemperatur im noch nicht ganz fertigen und ungeheizten Restaurant wie im Parkhaus kühl. Also ziehen die Gäste ihre Mäntel erst gar nicht erst aus, greifen sich eine Holzgabel und essen am Stehtisch. Aber spätestens am Eröffnungstag wird die Heizung eingeschaltet sein. Dann ist es sowieso gemütlicher auf den 140 Quadratmetern: Auf zwei Ebenen soll es Sitzgelegenheiten für 80 Gäste geben.

Marino hatte zusammen mit seinem Jugendkumpel Hernando Ospina (33), mit dem er die Frankfurter O&M Event Gastro GmbH betreibt, die Idee eines Streetfood-Restaurants. „Wir organisieren bundesweit Streetfood-Festivals, und es fiel uns auf, wie viele talentierte Streetfoodler auf dem Markt sind, und wir dachten, warum sollen wir nicht auch abseits der Festivals eine Plattform in einer festen Location bieten?“, sagt Marino.

Aber das ist nicht nur ein Ort für Streetfoodler. Auch Frankfurter Gastronomen, die neue verrückte Konzepte testen wollen, können die Location mieten. „Für unsere Gäste wird es nie langweilig. Immer können sie etwas Neues testen“, so Ospina. Die ersten drei Monate seien bereits mit Kurzzeit-Betreibern ausgebucht.

Im Untergeschoss werden die Speisen direkt vor den Augen der Gäste in der offenen Küche zubereitet. Jeden Mittwoch wird die Küche im Obergeschoss für Themen-Kochkurse genutzt. „Die Teilnehmer können die temporär im Restaurant angebotenen Gerichte mit den Betreibern oder unseren Köchen nachkochen“, sagt Marino.

Das dreigängige peruanische Nachkoch-Seminar kostet 89 Euro. Mittags soll es Lunch zum Hieressen und Mitnehmen geben. „Und abends kann man ausgiebig mit mehreren Gängen speisen“, sagt Ospina. Als Hauptgericht bei der peruanischen Küche gibt es beispielsweise Anticuchos de corazón (gegrillte marinierte Rinderherzspieße mit Röstkartoffeln und Salat) für 11,20 Euro. Mittagsmenüs kosten zwischen 7,50 bis 9,50 Euro. Dafür kann man sich beispielsweise Tamal (mit Hähnchen oder Gemüse) also in Bananenblättern gegarte Maisschnitte mit Beilagensalat und einem Softgetränk für 9,50 Euro bestellen. Abends kostet das Seco de Carnero, das ist in Koriander geschmorte Lammkeule mit Reis, 16,80 Euro. Im Sommer können die Gäste auch draußen essen.

Noch sind die Restaurant-wände ziemlich nackt. Hier könnten aber demnächst auch Werke von Frankfurter Künstlern ausgestellt sein. Wie die Tische stehen, was für eine Tisch-Deko es gibt, das entscheidet der jeweilige Kurzzeit-Betreiber. „Aber im Vertrag mit uns ist festgelegt, dass in keinem Fall Fertigprodukte verwendet werden dürfen“, betont Ospina.

Guck Mal Wer Da Kocht, Meisengasse 9, ab 19. Februar, Mo-Sa, 11-22 Uhr. Mehr Infos unter: www.guckmalwerdakocht.de

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