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Galopprennbahn Grünes Licht für Fußball-Akademie

1. UpdateDie Delegierten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stimmen dem Bau der Fußball-Akademie zu. Alle 259 Abgeordneten sprechen sich für das teuerste Projekt in der DFB-Geschichte aus.

08.12.2017 13:37
DFB-Akademie
Der DFB hofft, im Sommer mit dem Bau der Fußball-Akademie beginnen zu können. Foto: kadawittfeldarchitektur (DFB)

Die Delegierten des Deutschen Fußball-Bundes haben den Bau der neuen Akademie in Frankfurt einstimmig bewilligt. Beim Außerordentlichen Bundestag des Verbandes am Freitag votierten alle 259 Abgeordnete für das teuerste Projekt in der DFB-Geschichte unter Leitung von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der zum Direktor für Spitzenfußball befördert wird.

Nach jahrelangen rechtlichen Streitigkeiten zwischen der Stadt Frankfurt und dem Betreiber der bisherigen Galopprennbahn hofft der DFB auf einen Baubeginn im kommenden Sommer, kurz vor dem Abflug der Nationalmannschaft zur WM nach Russland. „Wir sind froh, dass wir das Maß an Rechtssicherheit haben, dass wir das Jahrhundertprojekt realisieren können“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. 2021 soll der Neubau spätestens bezugsfertig sein.

In der Akademie sollen die DFB-Administration untergebracht und die Trainer- und Jugendausbildung zentralisiert werden. Die Kosten sind nach aktuellen Schätzungen nochmals auf 123 Millionen Euro gestiegen. Zur Kostendeckelung bei 150 Millionen Euro hat der DFB einen Vertrag mit einem Generalunternehmer abgeschlossen. „Wir müssen sehen, was können wir machen? Wie bleiben wir Vorreiter in der Welt?“, sagte Bierhoff.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) steht hinter den Plänen: „Wir wollen die Akademie hier in Frankfurt“, sagte er am Freitag beim DFB-Bundestag. „Es gab von einigen Akteuren einige Vorgehensweisen bis zur Grenze der Lächerlichkeit. Aber das ist zum Glück vorbei. Der destruktive Weg der Wenigen ist endlich zu Ende.“

Gemeint ist die Flut an Klagen, Prozessen, Befangenheitsanträgen, einstweiligen Verfügungen bis hin zum Bundesverfassungsgericht, mit denen der Renn-Klub als Nutzer des Geländes die Stadt als Eigentümerin des Geländes jahrelang überzogen hatte. Letztlich mussten sich die Rennsportfreunde aber geschlagen geben. Am 21. September übergab Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels, Schatzmeister und Sprecher des Renn-Klubs, bei einer Zwangsräumung die Schlüssel.

„Wir gehen davon aus, dass wir im April das Gelände geräumt und frei von den Rechten Dritter an den DFB übergeben können“, sagte Jochen Strack, stellvertretender Leiter des Liegenschaftsamts am Freitag. Demnächst werde der Abriss der Tribüne ausgeschrieben. „Wir gehen davon aus, dass das Ende März, Anfang April über die Bühne geht.“ Gerichtlich geklärt werden müsse noch, was mit zwei Gebäuden auf dem Gelände passiert, die Personen aus dem Umfeld des Renn-Klubs gehören: das sogenannte Sarotti-Häuschen und das Quotenhaus, in dem früher die Wetten angenommen wurden.

Nach der Übergabe an den DFB ist die Stadt raus, für die Bebauung ist dann der Fußball-Bund zuständig. Die Stadt hatte 2014 einen Teil des Rennbahngeländes dem DFB nach Erbbaurecht für 99 Jahre verkauft. Auf dem restlichen Areal will die Kommune einen Bürgerpark anlegen. Knapp zehn Hektar sollen als öffentliche Grünfläche für Erholung, Freizeit und Sport für die Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. (dpa)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Rennbahn

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