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Gallus Grüne Oasen in der Stadt

Umweltpolitikerinnen besuchen das Urban-Gardening-Projekt im Gallus.

Urban Gardening
Das Schild im Beet verrät, wer hier pflanzt und pflegt: Sienna’s Family. Foto: Peter Juelich

Aus den Holzkisten im „Gallus-Garten“ quillt das Grün nur so hervor. Salat-, Kohl-, Kürbis- und Zucchinipflanzen haben Saison und wachsen wie wild in den Hochbeeten auf Hüfthöhe. „Hier ist überall alles angepflanzt“, sagt Jessica Wiegand, als sie die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) und die städtische Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) am Freitagnachmittag durch ihr „Urban-Gardening-Projekt“ führt. 

Wiegand ist vom Mehrgenerationenhaus sowie vom Kinderzentrum (KIZ) im Gallus schräg gegenüber, auf der anderen Seite der Idsteiner Straße. Sie zeigt den Politikerinnen eine mit Steinen gemauerte Kräuterspirale, in der neben Grüne-Soße-Kräutern Lavendel und Zimmerknoblauch gedeihen, junge Apfelbäume mit kleinen Früchten daran, ein Gewächshaus, in dem Kohl und Tomatenpflanzen groß gezogen werden, bis sie in die Beete umgepflanzt werden können. 

Himbeeren, Brombeeren, selbst Kiwis versuchen sie im Gallusgarten anzupflanzen. Mehr als 1400 Quadratmeter groß ist die Fläche des Grünstreifens entlang der Schneidhainer Straße, Richtung Europaviertel, die bepflanzt wurde und auf der ein Weg durch den Garten führt. Gern würde Wiegand auch die Fläche dahinter begrünen, um die Verbindung zum neuen Europaviertel ganz herzustellen. Doch dort stehen noch die grauen Container, in der die Kita-Kinder untergebracht sind, bis ihre Tagesstätte fertiggebaut ist. „In fünf, sechs Jahren wollen wir es dann versuchen“, sagt Wiegand.

Broschüre fürs Gärtnern

„Natur bedeutet nicht Naturschutzgebiet. Natur kann auch in der Stadt sein“, sagt Hinz. Die Umweltministerin hat eine neue Broschüre mitgebracht: „Urbane Gärten – Gemeinsam für mehr Grün in der Stadt“, die sie erstmals vorstellt. Damit will die Ministerin Werbung machen für das Gärtnern im öffentlichen, städtischen Raum und Interessierte unterstützen, die auch damit beginnen wollen. „Es wissen nicht alle, wie sie’s gut anfangen können“, sagt Hinz. In der Broschüre fänden Hobbygärtner Beispiele aus ganz Hessen, in denen Initiativen brachliegende Flächen vor ihrer Haustür in grüne Oasen verwandelt hätten.

„In Frankfurt gibt es derzeit 19 solcher Projekte“, sagt Heilig. Täglich kämen neue hinzu. Der Frankfurter Garten am Ostbahnhof sowie das Ginnheimer Kirchplatzgärtchen seien vor mehr als fünf Jahren die ersten gewesen. Der Frankfurter Garten solle noch mindestens zwei Jahre bestehen, ehe mit dem Bau der nordmainischen S-Bahn-Linie begonnen und der Platz am Danziger Platz gebraucht werde.

Zuletzt wurden Hochbeete in der Bockenheimer Appelsgasse und am Eschersheimer Wasserturm von der Stadt aufgestellt, wie Simone Jacob vom Grünflächenamt berichtet, beim Wasserturm auf Vorschlag der Initiative „Transition Town“. In Fechenheim wurde der Spielplatz Konstanzer Straße mit Pflanzkübeln ausgestattet. 100 000 Euro investiere die Stadt jährlich in Urban-Gardening-Projekte, sagt Jacob.

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