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Gallus Der Turm vor der Haustür

Die alte Galluswarte soll neu genutzt werden – damit die Stadtteil-Identität im "Kamerun" steigt. Ein Projekt des Stadtteilbüros und der städtischen Planer.

Die Galluswarte Foto: FR/Kumpfmüller

Sie ist das Wahrzeichen des Gallus, ein Fixpunkt im Quartier, der Eingang zum Stadtteil: die Galluswarte. Und auch wenn für alle Bewohner der mittelalterliche Wehrturm zum Stadtteilbild einfach dazu gehört, so geht der Turm auf der Verkehrsinsel an der Bahnstation doch oft im blechernen Tosen unter. Zwischen Brücken und Rampen, Überführung, Unterführung, Autostreifen, Bus- und Straßenbahnspuren. Einzig die Kioske links und rechts vom Turm locken den ein oder anderen auf die Insel.

Das soll jetzt anders werden. Stadtteilbüro „Soziale Stadt“ und Planungsamt wollen den Wehrturm künftig jedermann zugänglich machen, der Platz davor soll ebenso umgestaltet werden wie der Bereich unterhalb der Bahnüberführung. „Es soll ein neu erfahrbarer Stadtteileingang für die Menschen werden“, sagt Quartiersmanager Christian Spoerhase. Schließlich seien die Warte und ihre Umgebung das Erste, was man nach dem Aussteigen aus der S-Bahn vom Gallus sehe. „Viele im Stadtteil wünschen sich daher, dass dieses erste Erscheinungsbild schöner wird.“

Und wer wüsste nicht besser wie das schöner gemacht werden könnte als die Bewohner selbst? Die, die Turm und Drumherum tagtäglich vor Augen haben. Deshalb sind nun die Ideen der Bürger gefragt: Sie sollen bei der Neugestaltung mithelfen. „Die Menschen identifizieren sich schließlich am meisten damit, wenn sich ihre eigenen Ideen dort widerspiegeln“, glaubt Spoerhase.

Drei Veranstaltungen hat das Stadtteilbüro geplant, um Anregungen zu sammeln. Los geht’s am Montag, 6. September, mit „Die Galluswarte im Fokus“. Planungsdezernent Edwin Schwarz wird da sein, Bauhistoriker werden über den ehemaligen Wehrturm berichten. „Damit ein Gefühl dafür entsteht, worüber wir eigentlich reden“, sagt Spoerhase.

Weiter geht es am 27. September mit einem Rundgang um und durch die Warte. Die ist überhaupt erst seit diesem Jahr wieder begehbar, war sie doch mehr als hundert Jahre lang nur Teil der Kanalisation: Ein Rohr zum Entlüften steckte im Turm. Seit dem Frühsommer ist es entfernt, nun ist ein Raum von 2,50 Meter Durchmesser entstanden – der einer Nutzung harrt.

Erste Ideen gibt es bereits. „Manche hätten gerne ein Stadtteilmuseum, in dem gerade Kinder die Geschichte des Gallus erleben könnten“, erzählt Spoerhase. Oder ein Café wie am Eschenheimer Tor. „Es gibt auch welche, die sich für den gesamten Bereich um die Warte eine Rekonstruktion von Vorgebäuden und Höfen wünschen.“

Dafür ist bisher aber nicht viel Platz. Doch die Trinkhallen rechts und links des Turms in Anbauten aus den 50er Jahren sowie die Toilettenanlage sollen abgerissen werden. „So ergibt sich Freifläche, die gestaltet werden kann“, sagt Spoerhase. Freifläche, die aber weiterhin im tosenden Verkehr stehen wird. „Fahrbahnen können wir nicht verlegen, die Verkehrswege bleiben alle unangetastet“, sagt Spoerhase.

Rundgang für Ideen

Doch den Anwohnern wird bei dem Rundgang sicher was für ihre Warte einfallen. Alle Ideen werden bei der dritten Veranstaltung am 4. Oktober rekapituliert. „Da wird sich dann manches schon durch die Begehung erübrigt haben“, sagt Spoerhase. „Einiges lässt sich bei diesen Gegebenheiten einfach nicht realisieren.“

Was zum Schluss an Einfällen übrig bleibt, wird in die offizielle Ausschreibung des Wettbewerbs „Neugestaltung des Stadtteileingangs Galluswarte“ einfließen. Bereits 2011 sollen die Architekten dann ihre Visionen präsentieren. Bei der Auswahl der Siegerarbeiten werden in der Jury neben Experten auch Bewohner aus dem Stadtteil sitzen. „Die stimmen mit ab“, sagt Spoerhase. „Schließlich liegt das alles ja bei ihnen vor der Haustür.“

„Die Galluswarte im Fokus“: am Montag, 6. September, 18 bis 20 Uhr im Foyer des Gallustheaters, Kleyerstraße 15.

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