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Fußballvereine in Frankfurt Banner gegen Rassismus

Eine gemeinsame Aktion der Frankfurter Fußballvereine richtet sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung.

Fußball
Mit einer breit angelegten Aktion sollen die Frankfurter Fußballvereine sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung positionieren. (Symbolfoto) Foto: Monika Müller

Mit einer breit angelegten Aktion sollen die Frankfurter Fußballvereine sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung positionieren. Der Fußballkreis Frankfurt hat an alle knapp 80 Vereine Banner verteilt, die zum ersten Heimspiel an diesem Wochenende präsentiert werden sollen. Die Aufschrift: „Gegen Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Gewalt – Für Vielfalt – Wir sind dabei.“ Die Idee zu der Aktion hatte der stellvertretende Kreisfußballwart Dietrich Stein: „Wir wollen damit die Frankfurter Erklärung mal wieder ein bisschen mehr ins Bewusstsein reinholen.“

Die Frankfurter Erklärung, ein Programm gegen Gewalt im Fußball, hatten die Frankfurter Vereine 2014 abgegeben. Seitdem gab es immer wieder Aktionen, um die Erklärung zu unterstützen. Im Eifer des Gefechts auf den Fußballplätzen bleibt die Erklärung aber immer wieder ein Lippenbekenntnis. Auch in der vergangenen Saison waren Partien wegen Ausschreitungen abgebrochen worden. Die Schiedsrichter hatten im April gar gestreikt, um nach einer Attacke gegen einen Schiedsrichter auf die Missstände aufmerksam zu machen. „Die Aktion ist schön und gut, aber das wird nicht gelebt“, findet Kreisschiedsrichterobmann Mathias Lippert. Die größten Probleme sieht er im Jugendfußball, weil dort auch oft noch Eltern an der Seitenlinie toben und die Stimmung anheizen. „In der Führungsstruktur der Vereine muss etwas getan werden“, fordert Lippert.

Aggressivität gewachsen

Ähnlich sieht es der Vorsitzende von Makkabi Frankfurt, Alon Meyer. „Die Vereine sind teilweise überfordert.“ Die Spieler seines Vereins sehen sich immer wieder rassistischen oder antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. „Die Aggressivität ist größer als früher“, findet Meyer. Der stellvertretende Kreisfußballwart Stein hält dem entgegen, dass es vergangene Saison im gesamten Kreis Frankfurt nur fünf Spielabbrüche gegeben habe, mit denen sich das Sportgericht befassen musste. Meyer von Makkabi wiederum sagt: „Wir können ja nicht jedes Wochenende zum Sportgericht rennen, dann werden wir unglaubwürdig.“

Die Aktion an diesem Wochenende ist trotzdem ehrenwert und soll nicht nur mit einem einmaligen Ausrollen des Banners getan sein. Die Vereine sind aufgefordert, die Banner an ihren Sportanlagen anzubringen und darauf aufmerksam zu machen, in dem etwa auf der vereinseigenen Homepage oder im Vereinsheft darauf hingewiesen wird. Zudem sollen Flyer verteilt werden, damit die Zuschauer am Rande des Spiels auch wissen, was da vor dem Anpfiff passiert.

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