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Fußball-Akademie Übergabe der Rennbahn im Juni

Das Gericht entscheidet, dass die Kommune das Quotenhaus räumen darf. Die Stadt erhofft den Abbruch der Tribüne bis Ende März.

Rennbahn
Die Tribüne der Rennbahn Foto: Christoph Boeckheler

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018, die Mitte Juni beginnt, will die Stadt Frankfurt das Gelände der alten Galopprennbahn in Niederrad an den Deutschen Fußball-Bund übergeben. Der möchte dort endlich eine Fußball-Akademie errichten. Jochen Strack vom städtischen Amt für Bau und Immobilien zeigt sich zuversichtlich, dass dieser Zeitplan eingehalten werden kann. Tatsächlich hat die Stadt kurz vor Jahresende bei der Räumung des Geländes weitere Fortschritte erzielt. Das Landgericht Frankfurt entschied, dass die Kommune das sogenannte Quotenhaus auf dem Rennbahn-Gelände räumen darf.

In diesen etwa 150 Quadratmeter umfassenden Gewerberäumen konnten früher Pferdewetten abgeschlossen werden. Es war die letzte nennenswerte Fläche, die vom Rennklub Frankfurt insgesamt auf der Rennbahn noch verteidigt wurde. Der Vizepräsident des Rennklubs, Carl-Philip zu Solms-Wildenfels, ist empört darüber, dass das Landgericht eine Berufung gegen dieses Urteil „erst nach einer Räumung“ erlaubt habe. „Das ist eine irre Entscheidung – man will partout die Fußball-Akademie durchboxen.“

Noch nicht geräumt ist das sogenannte „Sarotti-Häuschen“, das Alexa zu Solms-Wildenfels, der 75-jährigen Mutter des Vizepräsidenten, gehört. Sie hat es zu einer Art Erinnerungsstätte für den Pferderennsport in Frankfurt ausgestaltet.

Hier will die Stadt jetzt den Freunden des Turfs in einem Vergleich den Vorschlag unterbreiten, das gesamte kleine Haus zu versetzen. Der letzte Wohnungsmieter auf dem Gelände muss nach Aussage von Jochen Strack vom Amt für Bau und Immobilien „bis Ende Januar“ seine Unterkunft aufgeben.

Als nächsten Schritt plant die Stadt, die alte Haupttribüne der Rennbahn abzureißen. Die Abbruchgenehmigung der städtischen Bauaufsicht liegt bereits vor. Aufträge an Baufirmen sind allerdings noch nicht erteilt. Die städtischen Fachleute hoffen dennoch, dass der Abbruch „bis zum Ende des ersten Vierteljahres“ 2018 abgeschlossen ist.

Rennklub setzt auf Bürgerbegehren

Fachfirmen haben im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes auf dem Rennbahn-Areal mit Vermessungsarbeiten und Untersuchungen des Bodens begonnen.

Der Rennklub setzt in einem letzten Versuch, die Fußball-Akademie noch zu verhindern, auf ein Bürgerbegehren. Unter dem Motto „Wohnen statt DFB“ sollen im nächsten Jahr Unterschriften für ein Wohnquartier auf dem Rennbahn-Gelände gesammelt werden. Zu Solms-Wildenfels zeigte sich überzeugt, dass die nötigen 12 000 Unterschriften zusammenkommen. „Wir haben es einmal geschafft, wir werden es auch ein zweites Mal schaffen“, sagt er unter Anspielung auf das erste Bürgerbegehren, das der Rennklub 2015 erzwungen hatte.

Damals war allerdings das nötige Quorum für einen Erhalt der Rennbahn nicht erreicht worden.

Der Rennklub zielt jetzt darauf, über das Bürgerbegehren am Tag der Landtagswahl 2018 abstimmen zu lassen, also vermutlich an einem Sonntag im September. Das soll zu einer zusätzlichen Mobilisierung der Menschen führen.

Inzwischen hat die Stadt das Areal der Galopprennbahn aufwendig gesichert. Die alten Zäune um die riesige Fläche an der Schwarzwaldstraße wurden entweder geflickt oder durch neue ersetzt. Männer eines privaten Sicherheitsdienstes bewachen das große Grundstück „24 Stunden rund um die Uhr“, so Strack.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Rennbahn

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