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Für Frankfurt in die Hauptstadt Versetzt nach Berlin

Martin Wimmer ist zum neuen Hauptstadtbeauftragten der Stadt Frankfurt berufen worden - ein Kommentar.

Mit Martin Wimmer lässt es sich wunderbar philosophieren über die religiöse Phase von Bob Dylan in den 80er Jahren. Oder über den Koch Hop Sing in der alten US-Fernsehserie „Bonanza“. Der Mann aus der Denkfabrik „Solidarische Moderne“ lässt auch an seinem kritischen Blick auf das kapitalistische System keinen Zweifel.

Mit der konkreten Kommunalpolitik in Frankfurt fremdelte der gebürtige Oberbayer allerdings eher. Seine Berufung zum Büroleiter des Oberbürgermeisters 2012 war so gesehen von Anfang an ein Irrtum. Bis heute stellt sich die Frage, was Wimmer in dieser Position bewirkt hat.

Seine Interventionen in der Kulturpolitik etwa, wenn sie denn nach außen hin erkennbar wurden, schadeten dem OB eher. Erinnert sei an Peter Feldmanns„Thesen zur Kulturpolitik“ 2013, in denen die Kultur zum „Schmiermittel“ des Sozialen degradiert wurde. Sie wurden Wimmer zugeschrieben. Ein Aufschrei in der Kulturszene war die Folge.

Seit Längerem fiel auf, dass der Büroleiter nicht mehr zum engeren Machtkreis des OB zu gehören schien. Dass Wimmer jetzt Frankfurt verlässt, ist insofern nur konsequent. Seine Berufung zum Hauptstadtbeauftragten in Berlin ist freilich ein wunderbares Beispiel für Beziehungswirtschaft. So gesehen wird der Begriff „Solidarische Moderne“ mit einer ganz neuen Bedeutung aufgeladen.

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