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Friedberger Markt Weiter Zoff um den „Ballermann Frankfurts“

Der Streit um den Friedberger Markt am Freitag nimmt kein Ende. Anwohner beschweren sich über den nächtlichen Lärm und fordern, den Wochenmarkt, wie schon einmal im Jahr 2011, auf den Mittwoch zu verlegen oder ganz abzuschaffen. Ein Runder Tisch bleibt ergebnislos.

Auch die Party nach dem Markt auf dem Luisenplatz stört die Anwohner und hinterlässt viel Müll. Foto: Joachim Storch

Sehr emotional solle es zugegangen sein am Dienstagabend, sagt Andrea Brandl, Referentin des Ordnungsdezernenten Markus Frank (CDU). Dieser hatte erneut zum runden Tisch zum Friedberger Markt eingeladen. Seit Jahren sorgt die informelle Feier nach dem Wochenmarkt am Freitag für Streit zwischen Besuchern und Anwohnern. Nun, da die Gastronomen sich darum kümmern, das Partyvolk um 22 Uhr vom Platz zu bitten, verlagert sich ein Teil der Feier auf den Luisenplatz.

In der Ortsbeiratssitzung am vergangenen Donnerstag hatten sich Anwohner und Anrainer über den nächtlichen Lärm beschwert. Vom „Ballermann Frankfurts“ war die Rede. Sie forderten, den Wochenmarkt, wie schon einmal im Jahr 2011, auf den Mittwoch zu verlegen oder ganz abzuschaffen. Auch Stadtbezirksvorsteher Willi Preßmar sprach sich für eine dieser Lösungen aus. Der Ortsbeirat entschloss sich dazu, den runden Tisch abzuwarten.

Doch bei der vierstündigen Sitzung am Dienstagabend sei keine Entscheidung gefallen, berichtet Brandl. Die Vertreter der Marktbefürworter und der -gegner, des Ortsbeirats und der Gastronomen konnten sich nicht einigen. „Die Anwohner, die sich gegen den Freitagsmarkt aussprechen, sehen nicht, dass man gemeinsame Kriterien für Maßnahmen definieren kann“, heißt es in einer Pressemitteilung des Dezernats. „So hat sich im Lauf der Diskussion herausgestellt, dass ein klarer Dissens darüber besteht, ob die verabredeten Kriterien bislang eingehalten wurden. Die Gegner des Freitagsmarktes erklärten, die Erprobung neuer Maßnahmen nicht mehr mittragen zu wollen und forderten als einzige Sofortmaßnahme die Rückverlegung des Marktes auf Mittwoch.“

Die Stadt soll an den nächsten drei Freitagen neben dem Friedberger Platz auch den Luisenplatz reinigen. Die Marktbeschützer hatten im Vorfeld Kontakt zu verschiedenen Lokalen aufgenommen, damit der Außenverkauf am Luisenplatz um 22 Uhr eingestellt wird. Freiwillige Helfer sollen sich um den Platz kümmern.

Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) sagt, dass durch die Ausdehnung der Feier auf den Luisenplatz „die bisherigen Einsätze der Stadtpolizei und privater Initiativen so nicht mehr greifen können“. „Für mich sind daher ordnungspolitische Maßnahmen wie Verbot des öffentlichen Alkoholausschanks und Reduzierung der Außengastronomie auf 22 Uhr unumgänglich“, so Guder. Allerdings solle die Entscheidung über den Markt „nicht ohne gründliche Abwägung der Belange der verschiedenen Gruppierungen getroffen werden“.

Die Diskussion soll in der Römerkoalition und im Ortsbeirat weitergehen. Stadtteilpolitiker Gerhard Brandt (FDP) hat einen Antrag gestellt, in dem er den Magistrat auffordert, den Freitagsmarkt am Friedberger Platz zu erhalten und für „akzeptable und geordnete Verhältnisse“ der Feier danach zu sorgen. Die Party sei ein „kulturelles Phänomen von überregionaler, fast schon bundesweiter Bedeutung, welches von der urbanen Attraktivität des Nordend und der Stadt Frankfurt als Ganzem zeugt“.

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