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Frauen in Frankfurt Männer sollten mehr putzen und pflegen

Zum „Equal Care Day“ fordert Frankfurts Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) mehr Engagement der Männer im Haushalt und bei der Pflege von Angehörigen.

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Hausarbeit ist Frauensache, meinen viele Männer. Foto: imago stock&people (imago stock&people)

Car Sharing kennt jeder – aber was ist der Equal Care Day? Nicht zu verwechseln mit dem Equal Pay Day. Der ist erst am 18. März, um deutlich zu machen, dass Frauen 77 Tage länger arbeiten müssen als Männer um das gleiche Jahreseinkommen zu erreichen. Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) erläuterte am Dienstagabend auf einer Veranstaltung im Museum für Moderne Kunst, was der Equal Care Day bewirken soll.

„Wer pflegt, versorgt, erzieht, putzt, haushaltet, hört zu und unterhält“, fragte die Dezernentin. Und beantwortete die Frage gleich selbst: 80 Prozent der Haus- und Pflegearbeit werde von den Frauen übernommen. Das müsse sich ändern.

Hauptrednerin war die Gießener Professorin Uta Meier-Gräwe, die über die „Trivialisierung der Care-Arbeit“ sprach und den Schlager zitierte: „Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann.“ Die Männer würden oft behaupten, die Frauen könnten das einfach besser, so als gebe es ein „Bügel- und Putz-Gen“. Selbst wenn sich die Männer zu Beginn der Ehe an der Hausarbeit und Kindererziehung beteiligten – mit der Zahl der Ehejahre nehme ihr Engagement deutlich ab.

Gerade jüngere Männer seien durchaus zu einer fairen Arbeitsteilung sowohl bei der bezahlten Erwerbsarbeit als auch der unbezahlten Care-Arbeit bereit. Meier-Gräwe nannte eine Zahl von 60 Prozent der Eltern. Doch nur 14 Prozent könnten ihre Vorstellungen tatsächlich umsetzen. Die gesellschaftlichen Strukturen seien immer noch auf den Mann als Hauptverdiener und die Frau als Zusatzverdienerin zugeschnitten.

Eine von Meier-Gräwe vorgestellte Dokumentation belegt, dass Frauen und Männer ganz unterschiedliche „Wegeketten“ absolvieren. Während sich die Männer oft nur zwischen Arbeitsplatz und Familie bewegen, suchen die Frauen außerdem noch das Altenheim, die Kita, den Supermarkt oder etwa eine Musikschule auf. Diese „multiplen Wegeketten“ seien vielen Politikern nicht bekannt und würde bei Entscheidungen nicht berücksichtigt.

Die Folgen für die Frauen seien fatal und würden oft in der Altersarmut enden. Wenn sie einen Minijob annähmen, dann meist nicht in dem erlernten, sondern in einem Beruf mit geringen Qualifikationsanforderungen.

Frauen bekommen nicht einmal halb so viel Rente wie die Männer. Der Begriff der Geschlechtergerechtigkeit müsse deshalb nicht nur die Gleichstellung bei der Erwerbstätigkeit, sondern auch bei der Care-Arbeit umfassen. Außerdem müsse die erwerbsmäßige Sorgearbeit, wie sie etwa von Erzieherinnen und Krankenschwestern geleistet werde, besser bezahlt werden.

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