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Frankfurts neue Partnerschaft Liaison mit Japans zweitgrößter Stadt

Yokohama, eine Kommune mit 3,7 Millionen Einwohnern an der Südostküste Japans, wird im Oktober Frankfurts 15. Städtepartner. Die Vorbereitungen im Römer laufen auf Hochtouren.

Stimmungsvoll: Yokohamas Skyline spiegelt sich im Wasser des Hafens, der eine zentrale Rolle im Leben der 3,6-Millionen-Stadt spielt. Foto: City of Yokohama

Es ist die ehemalige „Rotlicht-Meile“, die Frankfurts Kulturdezernenten besonders beeindruckt. Jene kleinen, hingeduckten Häuschen, in denen früher Prostituierte gearbeitet haben. Und die heute die Heimat der Künstler und Schriftsteller von Yokohama sind. Als Felix Semmelroth jüngst die zweitgrößte Stadt Japans besuchte – mit knapp 3,7 Millionern Einwohner größer als Berlin – nimmt er sich Zeit für gerade diese „Kreativ-Szene“. „Ähnlich wie in der alten Naxos-Fabrik“, heißt sein Urteil. Tatsächlich soll die kulturelle Zusammenarbeit ein wichtiger Motor werden für die Städtepartnerschaft zwischen Yokohoma und Frankfurt, die gegenwärtig hinter den Kulissen intensiv vorbereitet wird.

Fumiko Hayashi (parteilos, wird von den oppositionellen Demokraten gestützt) und Petra Roth (CDU) verstanden sich schon beim ersten Zusammentreffen am 9. September 2010 in Yokohama prächtig. Obwohl die Probleme der beiden Oberbürgermeisterinnen sich doch unterscheiden: Die japanische Stadt ächzt unter einer Schuldenlast von rund 43 Milliarden Euro und muss drastisch sparen – nicht zuletzt bei ihrem Personal.

Der Rat der Stadt Yokohama ist mit seinen 92 Sitzen ähnlich groß wie die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung mit ihren 93 Mitgliedern. Liberaldemokraten und Demokraten sind im Rat mit jeweils etwa 30 Sitzen die größten Fraktionen.

Kreativszene als Beitrag zur Stadtentwicklung

Beim Besuch des Kulturdezernenten geht es freilich nicht um die politischen Verhältnisse, sondern um die künftige kulturelle Brücke zwischen beiden Kommunen. Etwa ein Austauschprogramm zwischen der Yokohama Graduate Art School und der Städelschule. Oder ein deutsches Filmfestival in der Partnerkommune. Oder gemeinsame Ausstellungen des Yokohama Museum of Modern Art und der Häuser für Angewandte Kunst und Moderne Kunst in Frankfurt. „In Yokohoma wie in Frankfurt wird die Kreativszene als ein wesentlicher Beitrag zur Stadtentwicklung angesehen“, sagt Semmelroth.

Im Oktober wollen die beiden Stadtoberhäupter Hayashi und Roth den Partnerschaftsvertrag in Japan unterzeichnen – der vorher noch nötige Beschluss der Römer-Abgeordneten, was aber nur als Formsache angesehen wird, verzögert sich wegen der Kommunalwahl am 27. März.

2011 bestehen die offiziellen Beziehungen zwischen Japan und Deutschland 150 Jahre – dieses Jubiläum bildet den Rahmen für die neue Städtepartnerschaft, die 15. Frankfurts. Die Kommune will das im Herbst auch zum Anlass eines großen Japan-Programms in Frankfurt machen. Für Hiroyuki Okamoto ein Grund zu besonderer Genugtuung: Er leitet das City of Yokohama Frankfurt Office, das seit zwölf Jahren vom Main aus die Beziehungen zwischen der japanischen Millionenstadt und Europa koordiniert.

Yokohama, dessen Hafen, einer der größten der Welt, 2009 sein 150-jähriges Bestehen feierte, stellt naturgemäß lediglich einen Teil der japanischen Wirtschaft in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet. Immer mehr japanische Unternehmen haben sich in der Stadt mit Repräsentanzen niedergelassen, etwa 3000 Japaner leben offiziell gemeldet in der Stadt.

Es gibt ein japanisch-deutsches Kultur- und Sprachzentrum (Roßmarkt 13) und eine Deutsch-Japanische Gesellschaft, die schon jetzt den kulturellen Austausch pflegt.

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