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Frankfurter Weihnachtsmarkt Schlemmen auf dem Weihnachtsmarkt

Ob Schnecken in Kräutersoße oder Handkäs-Apfelwein-Fondue: Der Frankfurter Weihnachtsmarkt hat kulinarisch mehr zu bieten als Glühwein und Bratwurst. Wir geben Ihnen einen Überblick.

Einer der Klassiker auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt: kandierte Mandeln in Eintracht-Farben. Foto: Christoph Boeckheler

Diese Journalisten: nur am saufen, fressen, schwadronieren!

Ja, es stimmt, für das, was wir schreiben und erzählen, sind wir voll verantwortlich. Hand aufs Herz! Für die feinen Speisen und Getränke, die uns angeboten werden, können wir nichts. Wir könnten sie ablehnen. Aber das wäre unhöflich.

So unhöflich wollen wir nicht sein zu den Standbetreibern auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt und Thomas Feda, Chef von Tourismus & Congress Frankfurt (TCF), der über den Weihnachtsmarkt führt. Auf einen kulinarischen Rundgang. Zu zwölf Stationen. Macht zwölf Gänge. Hand am Bauch!

Currywurst? Pommes rot-weiß? Kennt man ja. „Unser Weihnachtsmarkt ist kulinarisch sehr vielfältig“, sagt Feda. Am TCF-Stand, neben dem Weihnachtsbaum, gibt es Aperitif, morgens um 10.30 Uhr: Frankfurter Weihnachtskranz-Likör, schmeckt alkoholisch-zuckrig.
Dazu ein Stück Christstollen mit Bratapfel, „der Renner“ am TCF-Stand, sagt Feda.

Die Mägen sind nun bereit für Crêpe mit Grie Soß und Ochsenbrust (6 Euro) in der „Kaffeescheune“. Bettina Roie serviert, reicht Spekulations-Kaffee (2,50 Euro) herum, führt zu ihrem „Winterpavillon“. Einem von zahlreichen Buden der Roies. Alteingesessene Frankfurter Familie. Schausteller-Dynastie. Onkel und Schwager verkaufen Glühwein, die Schwiegereltern betreiben das Karussell. Der Name Roie steht an vielen Ständen.

Auch am Winterpavillon, wo Bettina Roie Käsefondue verköstigt (8,50 Euro). Aber nicht mit Schweizer Käse, Weißwein oder Kirschwasser. Nicht hier in Frankfurt. Hier gibt es Handkäs-Apfelwein-Fondue mit einem Schuss Apfelbrand und dazu Brot-Ringe.

Bei „Hausmanns Spezialitäten“ brät Patrick Hausmann Würste. Ungewöhnliche Würste, wie Pflaume-Nuss-Bratwurst mit Honig-Sauce (3 Euro). 200 Stück lässt er sich aus einer Metzgerei in Bad Vilbel liefern. Nehmen die Gäste sie an, bleibt die Sorte im Programm. „Pflaume-Nuss hat sich etabliert“, sagt er.

Gebrannte Mandeln in allerlei Geschmäckern (hundert Gramm für 3,50 Euro) verkauft Monika Eiserloh in ihrer „Süßen Mandelbar“. Der Zuckerspiegel schnellt auf Weihnachtsbaumhöhe. Abhilfe schafft der Gang vom Römerberg auf den Paulsplatz, zu „Hills Gänse-Braterei“, wo Rotwild-Bratwürste dampfen (Stück 3,50 Euro). Ute Hill bietet hier Gerichte an, schon mehr als 30 Jahre lang. Das Wild für die Würste kommt aus dem Spessart.

Aus dem Elsass stammt Malou Elter. Sie verkauft französische Spezialitäten: Flammkuchen, Crémant. Und Schnecken in hausgemachter Knoblauch-Kräuter-Sauce (8 Euro).

Fast 90 Sorten Honig (ab 5 Euro) gibt es beim Imker Peter Wagner im „Honig-Haus“. Einem mehr als 300 Jahre alten Fachwerkhaus aus dem Vogelsberg, das auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt eine neue Heimat gefunden hat. „Das gibt es nur hier auf unserem Weihnachtsmarkt“, sagt Thomas Feda begeistert.

Allerlei Süßes liegt in der Auslage von Gilbert Nielsens „Früchtebüdche“. Kandierte Früchte mit Schokoladenüberzug (ab 2,50 Euro). Walnüsse in dunkler Schokolade gibt Nielsen mit, zum Nachtisch.

Aber: Naschzeug kommt später. Zunächst noch vegane Suppe mit Möhren und Ingwer (4 Euro) auf dem rosa Weihnachtsmarkt bei Claudia Bubenheims „Jausenhütte“.

Danach Flammlachs im Brötchen an Honig-Senf-Sauce (6 Euro), ein nordisches Gericht, das sich seit vier Jahren auf dem Weihnachtsmarkt etabliert hat.

Zu guter Letzt tischt Fabiana Jarma argentinische Gerichte auf bei „Cocina Argentina“. Jarma, die nicht nur Gastronomie betreibt, sondern auch Tango lehrt, lässt Roastbeef mit Chimichurri-Sauce kommen, Empanadas (gefüllte Teigtaschen) und gegrilltes Asado (Rippe vom Rind). Dazu Glühwein, der nur aus Wein und Gewürzen besteht. Malbec und Tempranillo teilen sich den heißen Topf mit Orange, Nelke, Zimt, Anis.

Eine Stunde und zwölf Gänge später sind alle pappsatt und zufrieden. „Natürlich gibt es auch traditionelle Küche auf dem Weihnachtsmarkt, aber auch ausgefallene, internationale Gerichte“, sagt Feda. Zwei von drei Besucher kämen zum Trinken und Essen her, „das gehört halt dazu“. Dann muss Feda weiter. Zum Mittagessen.

Die Journalisten rollen zurück in die Redaktionen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Weihnachtsmarkt in Frankfurt

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