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Frankfurter Verkehr Einhausung rückt näher

Der Magistrat der Mainmetropole will die Autobahn A661 unbedingt deckeln – und ist bereit, das Projekt sogar selbst zu finanzieren.

03.03.2011 18:09
Jürgen Schultheis
Feierabendverkehr auf der A661. Noch sichtbar. Foto: dpa

Die A661 im Abschnitt zwischen Friedberger Landstraße und Höhe Hufelandhaus kann bis 2020 eingehaust sein. Neben Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth und Planungsdezernent Edwin Schwarz hat auch Kämmerer Uwe Becker (alle CDU) am Donnerstag den Willen des Magistrates bekräftigt, einen Deckel auf die Autobahn zu packen. „Ich halte das für sehr realistisch“, sagte Becker der FR. Die Einhausung sei „unter den großen, mehrere Millionen schweren Projekten eines der vorderen“. Er halte das für umsetzbar. Die Stadt könne in der nächsten Wahlperiode die Voraussetzungen schaffen, dass die Einhausung angestoßen werden kann.

Der Autobahnabschnitt trennt seit Jahren die Stadtteile Bornheim und Seckbach und belastet die Anwohner mit Lärm und Schadstoffen. Im Auftrag des Planungsdezernates hat des Büro Albert Speer&Partner eine Skizze mit drei Szenarien vorgelegt, wie die Autobahn eingehaust werden kann und welche Vorteile sich für Anwohner und die Stadt im Allgemeinen ergeben. Die vom Magistrat bevorzugte Variante 3 sieht vor, die Autobahn im genannten Bereich einzuhausen und den Deckel zu begrünen. In drei Baugebieten um die Einhausung herum könnten auf insgesamt 23 Hektar Fläche 2300 Wohneinheiten – Ein- und Mehrfamilienhäuser, mehrgeschossige Bauten – entstehen, die Platz für bis zu 5100 Menschen bieten könnten.

"Die Reserven sind da"

Becker nennt die Einhausung eine „städtebauliche Chance“, wenn es gelänge, Lärmschutz und Zukunftsentwicklung der Stadt miteinander zu verbinden. Die Kosten für das Projekt muss nach Einschätzung des Dezernenten weitgehend die Stadt tragen – Becker rechnet mit 100 bis 150 Millionen Euro, die die am Projekt Beteiligten aufbringen müssten. Wenn die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Monate weiter anhalte, „dann haben wir die wirtschaftlichen Reserven dafür, vorausgesetzt wir setzen die richtigen Prioritäten“.

Planungsdezernent Edwin Schwarz hatte am Mittwochabend vor Mitgliedern mehrerer CDU-Stadtverbände in Bornheim gesagt, die schwarz-grüne Koalition sei bereit, notfalls auch aus eigenen Mitteln die Einhausung zu finanzieren. „Das ist ein Jahrhundertbauwerk.“ Schwarz erinnerte daran, dass Frankfurt jährlich um 3000 Menschen wachse, gleichzeitig aber nur Fläche für rund 23.000 Wohneinheiten vorrätig sei. Je nach Zuzug könnten diese Flächen in zehn bis 15 Jahren bebaut sein. Da die Stadt weder Stadtwald abholzen wolle, noch in das Landschaftsschutzgebiet im Norden wachsen könne, sei die Einhausung eine Möglichkeit, Baufläche zu gewinnen.

"Wichtige Botschaft"

Kämmerer Becker erwartet im Blick auf die Finanzierung der Einhausung, dass Bund und Land einen Beitrag leisten werden. „Bundesverkehrsminister Ramsauer wäre nicht nach Frankfurt gekommen, nur um zu erklären, dass der Bund nicht dabei ist“, sagte Becker. Wegen des modellhaften Charakters der Einhausung gerade für die Stadtentwicklung kann sich Becker vorstellen, mit dem Projekt auch in Brüssel Zuschüsse zu akquirieren. Über Details sei im Magistrat aber noch nicht gesprochen worden. „Mir ist die Botschaft wichtig, dass wir eine große Chance haben, eine Entscheidung für Generationen zu treffen.“ Bislang gilt aber auch: Formell hat das Stadtparlament die Entscheidung zu treffen.

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