Lade Inhalte...

Frankfurter Tiertafel Benefiz für Hund und Katz

In den zehn Jahren ihres Bestehens hat die Frankfurter Tiertafel eine schwere Krise überstanden. Das Geld ist immer noch knapp. Das Theatrallalla spendet jedoch die Einnahmen einer Vorstellung.

Frankfurter Tiertafel
Noch sind die Regale voll: Am heutigen Samstag ist wieder Futterausgabe bei Conny Badermann. Foto: peter-juelich.com

Ihre Klienten heißen Jacky, Amy, Elli oder Miezi – und die Zahlen, die von ihrem Arbeitsaufwand künden, sind beeindruckend. Seit zehn Jahren schuften die Damen von der Frankfurter Tiertafel mittlerweile, um den Gefährten von bedürftigen Menschen ein gesundes Leben zu ermöglichen. Mit einem Fest in der Zentrale an der Ludwig-Landmann-Straße feierte die ehrenamtliche Einrichtung kürzlich das Jubiläum angemessen; Prominenz aus Politik und Sport war dabei. Am Freitag kam Staatssekretärin Bernadette Weyland (CDU) mit 500 Euro aus dem Finanzministerium und packte mit an. Und nächste Woche folgt noch eine Benefiz-Show: am Sonntag, 25. Juni, im Theatrallalla, passenderweise „Die Fledermaus“.

Aber dazu später mehr. Zunächst einige Zahlen: 728 Tiere versorgt die Tafel aktuell jeden Monat. Seit dem Beginn 2007 registrierten Conny Badermann und ihre Mitstreiterinnen 3758 Tiere von 1503 Haltern – und legten für jedes eine Karteikarte an. Das ist wichtig, denn nicht jeder Hund kann das herkömmliche Futter vertragen. Viele sind krank und brauchen Spezialnahrung. Die ist teuer; ein wichtiger Grund dafür, dass Menschen am unteren Ende der Geldrangliste oft nicht mehr allein für ihre treuen Freunde sorgen können. Genau da setzt die Hilfe der Tiertafel an.

Und da wäre sie auch fast an ihre Grenzen gekommen. Im vorigen August nämlich sah es düster aus. „Unsere Not ist groß“, funkte Badermann damals hinaus in die Welt: Zum ersten Mal konnte der Verein nicht mehr genug Futter für alle registrierten Tiere besorgen. 30 000 Euro mussten her – Spenden dringend erbeten. Und wieder einmal zeigte sich das große Herz Frankfurts. Resultat: „Kein Tier wurde hungrig nach Hause geschickt“, resümiert der Verein: „Darüber sind wir von Herzen dankbar.“

Auslöser der Geldknappheit im vorigen Jahr war paradoxerweise die Tafel selbst. Sie hatte angesichts des fortschreitenden Alters ihrer tierischen Klientel einen allgemeinen Gesundheitscheck angeordnet. Es kam, wie es kommen musste: Von den 309 Methusalems unter den Schützlingen erwiesen sich ganze 40 als gesund. Die anderen waren jetzt laut Untersuchungsresultat häufiger auf ärztliche Hilfe angewiesen – und auf Spezialfutter. Das ging schnell enorm ins Geld.

Hinzu kommt, dass viele der Frauchen und Herrchen selbst so immobil sind, dass sie zur regelmäßigen Futterausgabe gefahren werden müssen. Ein großes Problem für jene, die nicht gut betucht sind. Die Tafel beschloss daher schon vor einigen Jahren, von der wöchentlichen Gabe abzurücken und nur noch an einem Samstag im Monat zu öffnen; dann holen die Besucher das komplette Futter für die Zeit bis zum nächsten Termin. Das spart Fahrtkosten, erfordert aber riesigen logistischen Aufwand, der auch viel Lagerplatz erfordert. Im ursprünglichen Refugium, einer kleinen Hausmeisterwohnung, wäre das gar nicht gegangen. Lang, lang ist’s her. Zehn Jahre. Die Frauen können es selbst kaum glauben, wie diese Jahre ins Land gingen.

360 Stunden im Monat arbeiten sie für die Tiertafel, die meiste Zeit dafür an den Ausgabe-Samstagen, wenn zehn Personen an Bord sind und große Pakete packen. Macht 4320 Stunden im Jahr – ehrenamtlich. Dafür gab’s ein großes Dankeschön der Stadt. Jetzt folgt obendrauf: ein Benefiztheater.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen