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Frankfurter Stadtteile Frühjahrsputz im Winterwetter

Kuriose Funde gibt es beim Müllsammeln im Dornbusch, Riederwald und in Nied. Die Helfer trotzen bei der Aktion tapfer den eisigen Temperaturen.

Frühjahrsputz in der Sinai-Wildnis
Diese Euro-Paletten haben Helfer im Sinai-Park im Dornbusch gefunden. Foto: Rolf Oeser

Eisig weht der Wind über die weiten Flächen des Sinai-Parks, nur wenige Spaziergänger trauen sich bei der Kälte am Samstag vor die Haustüre. Gerhard Storm trotzt den Minustemperaturen. Gut gelaunt sitzt der gebürtige Österreicher auf einer Bank am Rande des Parks und blickt auf das Gerümpel neben ihm. „Vom schlechten Wetter haben wir uns nicht abschrecken lassen“, erzählt er. Rund ein halbes Dutzend Anwohner haben sich zum Frühjahrsputz im Dornbusch getroffen. Unterstützt wird die Aktion von der städtischen FES, die Greifzangen, Handschuhe und Säcke bereitstellt. Nach Ende der Reinigungsaktion holen Mitarbeiter den gesammelten Müll ab.

Storm zieht Bilanz: Zwar seien wegen des Schneefalls weniger Helfer gekommen, die Reinigung aber verlief erfolgreich. Neben allerlei Plastikmüll und einem alten Röhrenfernseher machten die Anwohner einen kuriosen Fund: sechs Europaletten in einer kaum zugänglichen Ecke. „Jemand muss die Paletten quer durch den Park geschleift haben“, mutmaßt Anwohner Wolfgang Vogt. Hinzu kommt: Die Umweltverschmutzer haben bei der Aktion breitflächig Dickicht niedergetrampelt.

Gerhard Storm und die Bürgerinitiative Sinai-Wildnis setzen sich seit vielen Jahren für den Park ein. „Ein Stück Natur, das sich mitten in der Stadt fast selbst überlassen wird – das ist in Frankfurt einzigartig“, betont der 72-Jährige. Dieser Umstand birgt aber auch Nachteile. Da das Grünflächenamt nicht regelmäßig reinigt, sammelt sich allerlei Müll an. „Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist die Menge aber rückgängig“, freut er sich.

Den diesjährigen Rückgang der Teilnehmerzahlen beim Frühjahrsputz muss die Initiative hinnehmen. „Auf besseres Wetter zu warten, wäre nicht möglich gewesen“, sagt Anwohner Vogt. Denn ab Mitte März würden Nachtigallen und Spechte in der Wildnis brüten. „Während der Brutzeit sollte man das Areal gar nicht betreten“, erklärt er.

Kuriose Müll-Funde

Auch im Westen der Stadt, in Nied, gab es kuriose Müll-Funde. „Neben Klassikern wie Autoreifen und Farbeimern haben Helfer eine Bowlingkugel unter der Schwanheimer Brücke gefunden“, berichtet Hauke Hummel, Vorsitzender des Vereinsrings im Stadtteil. Obwohl die Ecke als beliebter Ablageplatz für Müllsünder bekannt ist, seien die rund 60 Helfer erstaunt gewesen. Auch einen Ausweis klaubten die Sammler aus dem Gebüsch. „Den haben wir natürlich an die Polizei weitergegeben“, sagt Hummel. Trotz geringerer Beteiligung als in den vergangenen Jahren, ist Hummel zufrieden: 55 Säcke voll Müll wurden aufgesammelt.

Auch am Riederwald griffen Helfer zur Zange. Sebastian Wolff vom Nachbarschaftsbüro berichtet: „Mehr als 40 Helfer, darunter viele Kinder, haben mitangepackt.“ Besonders rund um den Vogelsbrunnenweg habe sich viel Müll angesammelt. Wie in vielen anderen Stadtteilen gibt es auch im Riederwald Ecken, die immer wieder zur illegalen Müllentsorgung genutzt werden, weiß Wolff. Möbel, Baumaterialien und einen kompletten Trikotsatz der SG Riederwald zerrten die Helfer aus dem Dickicht. Besonders viel Alltagsmüll sei im Licht-und Luftbad gefunden worden. Hier sei noch viel Überzeugungsarbeit nötig bei den Jugendlichen, die sich dort abends treffen. Insgesamt gehe die Müllmenge aber auch im Riederwald zurück. „Es wird bewusster mit unserem Wald umgegangen“, freut sich Wolff.

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