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Frankfurter Stadtklima Ein großer Deckel über der A661

SPD und Grüne legen sich bei der Lösung zur Einhausung der A661 fest: Sie wollen die A 661 zwischen Friedberger Landstraße und Seckbacher Landstraße überdachen.

A661 | Frankfurt
Rund um die A661 soll es ruhiger werden. Foto: Peter Juelich

In der Römer-Koalition zeichnet sich eine Mehrheit für eine möglichst weitgehende Einhausung der Autobahn A 661 zwischen Friedberger Landstraße und Seckbacher Landstraße ab. Die SPD sprach sich am Montag für eine große Lösung auf bis zu 1300 Metern aus, die Grünen unterstützen diesen Vorschlag. Doch bei der Frage, wie der Deckel auf der Autobahn finanziert werden soll, sind die Stadtverordneten noch nicht wirklich weitergekommen.

Anlass des Vorstoßes der SPD war ein Termin der Fraktion bei Planungsdezernent Mike Josef. Josef, ebenfalls Sozialdemokrat, stellte seinen Parteifreunden die drei aktuellen Varianten für eine Einhausung der Autobahn im Nordosten Frankfurts vor. Dass die Fahrbahn ein Dach bekommt, steht für die Stadtpolitiker fest, denn in unmittelbarer Nähe zur Autobahn soll das Ernst-May-Viertel mit 3700 Wohnungen gebaut werden. Eine zumindest 400 Meter lange Einhausung, die rund 150 Meter südlich der Friedberger Landstraße beginnt, ist Teil des Konzepts und auch als Minimallösung im Koalitionsvertrag zwischen CDU, SPD und Grünen festgehalten.

Teuerste Lösung

Doch die Sozialdemokraten wollen jetzt mehr. Sie fordern, die Autobahn zwischen Seckbacher Landstraße und der Anschlussstelle Friedberger Landstraße komplett unter einen Deckel zu verlegen. Von der neuen Einhausung ausgenommen wäre nur die Unterführung an der Seckbacher Landstraße, das sogenannte Galeriebauwerk. Fraktionschefin Ursula Busch hob am Montag „erhebliche positive Effekte für das Stadtklima“ hervor.

Der Fraktionschef der Grünen, Manuel Stock, sagte im Gespräch mit der FR, ohne eine umfassende Einhausung sei eine Bebauung in der Nähe der Autobahn nicht akzeptabel. Hohe Lärmschutzwände als Alternative an den nicht überbauten Stellen wären eine „städtebauliche Katastrophe“. Ein großflächiger Deckel auf der Autobahn führe auch zu einer besseren Verbindung zwischen Seckbach und Bornheim. Derzeit trennt die A 661 die beiden Stadtteile.

Doch die von SPD und Grünen favorisierte Variante ist auch mit Abstand die teuerste. Nach einer Magistratsvorlage würde sie 185 Millionen Euro kosten – verglichen mit 91 Millionen bei der nur 400 Meter langen Einhausung. Die CDU hatte deshalb zuletzt für eine kleine Lösung plädiert. Fraktionschef Michael zu Löwenstein war am Montag nicht zu erreichen.

Die Finanzierung soll die Stadt aber nicht alleine übernehmen. Während die Grünen gleichermaßen auf Mittel von Bund und Land hoffen, nimmt die SPD vor allem das Land in die Pflicht. Das Geld soll aus den Erlösen kommen, die Wiesbaden beim Verkauf des alten Polizeipräsidiums erzielt hat.

In jedem Fall sollte nun Bewegung in das Projekt kommen, hofft auch das Planungsdezernat. Denn das Land möchte die Anschlussstelle Friedberger Landstraße sechsspurig ausbauen. Dabei ließen sich Synergieeffekte nutzen, sagte Mark Gellert, Sprecher des Dezernats. Er hofft auf eine Entscheidung der Stadtverordneten in diesem Jahr.

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