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Frankfurter Schulpreis Junge Streiter für die Demokratie

Die Pestalozzischule gewinnt den ersten Frankfurter Schulpreis. Der Wettbewerb stand unter dem Motto „Schule lebt Demokratie“.

Frankfurter Schulpreis
Moderatorin Bärbel Schäfer spricht mit Ludwig-Weber-Schülern über deren Klassenrat. Foto: Peter Jülich

Als der Name Pestalozzischule fällt, fängt Gina an zu weinen. „Weil ich mich so gefreut habe“, sagt die Drittklässlerin. „Und die ganze Zeit davor hatte ich so eine Spannung im Körper.“ In der Zeit, als in der Paulskirche am Dienstag eine Klasse nach der anderen auf die Bühne gerufen und beim Frankfurter Schulpreis geehrt wird. „Wir sind ganz eng zusammengerückt, weil wir dachten, wir schaffen es nicht“, erzählt Klassenkameradin Nair. Doch beim ersten Platz, da fällt der Name Pestalozzischule dann doch. „Wir sind ausgeflippt“, sagt Nair.

Zum ersten Mal wurde der Frankfurter Schulpreis verliehen, das Motto war „Schule lebt Demokratie“. Gesucht wurden Projekte, die Themen wie demokratisches Handeln, Partizipation, Gleichberechtigung und Vielfalt umsetzen. „Die Pestalozzischule hat Demokratie nicht nur in der Schule gelebt, sondern sich auch dem Stadtteil geöffnet“, lobte Laudator Eckhard Gathof, Jurymitglied und Stadtelternbeirat. „Sie hat Demokratie nach außen getragen.“

Denn die Pestalozzischüler haben im Unterricht beim Thema Hessen und Frankfurt festgestellt, dass sie im Riederwald alle in Straßen mit Männernamen wohnen. Sie haben sich daraufhin die anderen Straßen angeguckt – und nur einen Frauennamen gefunden. Johanna Tesch, 1919 Abgeordnete der Deutschen Nationalversammlung. „Sie hat sich dafür eingesetzt, dass Frauen wählen können“, sagt Konrad. „Und dass sie so viel Lohn wie Männer bekommen.“ Anhand des Lebenslaufs haben die Kinder die Themen Demokratie und politisches Engagement in den Blick genommen – und richteten eine Geburtstagsfeier zur Ehren von Johanna Tesch aus. Leute aus dem Stadtteil waren da – und die Enkelinnen von Tesch. „Die Kinder haben erlebt, dass wir eine Gemeinschaft im Riederwald sind“, sagt Lehrerin Lilianar Alem.

24 Schulen hatten sich für den Preis beworben. Die Ludwig-Börne-Schule, Platz 2, hat in einem Videoprojekt ihre Schule ganz neu kennengelernt, die Monikahausschule demokratische Strukturen wie Klassen-, Schülerrat eingeführt. Sich mit Demokratie und aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen auseinanderzusetzen, sei ein wichtiger Prozess des Zusammenlebens, sagte Bildungs- und Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD).

„Angesichts der Zunahme von Antisemitismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit müssen wir Schülerinnen und Schüler heute besonders befähigen, sich eine eigene Meinung zu bilden und Verantwortung zu übernehmen.“ Gucke sie sich aber den Einfallsreichtum der Schüler an, „dann sehe ich: Die Zukunft ist in guten Händen.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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