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Frankfurter Frühstückstreff Frühstück für Neufrankfurter

An einem verschneiten Wintersonntag finden sich in der "Café Bar" in Sachsenhausen zwölf Gesellschaftshungrige zum gemeinsamen Frühstück zusammen. Jeden zweiten und vierten Sonntag ist Treff für Neulinge in der Stadt.

06.01.2011 18:10
Almut Siefert
Geselliger Sonntagmorgen, hier in der Sachsenhäuser "Café Bar". Foto: Rolf Oeser

Es gibt die Ruhigen, die sich schüchtern hinsetzen, in ihrem Kaffee rühren und warten, bis sie von jemandem angesprochen werden. Dann gibt es die Aufgeschlossenen, die jeden in ein Gespräch verwickeln können und sich gerne dieser ersten Gruppe annehmen. Und es gibt Manfred, der immer wieder beteuert, eigentlich nur da zu sein, weil er vom Hunger übermannt wurde. An einem verschneiten Wintersonntag finden sich in der "Café Bar" in Sachsenhausen zwölf Gesellschaftshungrige zum gemeinsamen Frühstück zusammen.

Seit neun Jahren gibt es den Frankfurter Frühstückstreff. Klaus Schultheis, der Initiator, hat seine Idee im Juli 2001 in Darmstadt umgesetzt und sie schnell auch in anderen Städten etabliert. „Das Ganze ist eigentlich aus einem Selbstzweck heraus entstanden“, erzählt er. „Ich bin beruflich viel auf Messen unterwegs und hatte irgendwann keine Lust mehr, sonntags immer alleine zu frühstücken“, so der 50jährige Unternehmer. Mit diesem Wunsch steht er nicht alleine da: In Frankfurt treffen sich jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat zwischen zehn und fünfzehn Leute und plündern zusammen die Frühstücksbüffets, im Wechsel das der "Café Bar" und das des "Table" in der Schirn.

Auch wenn rund 80 Prozent der Teilnehmer allein stehend sind, sieht Schultheis den Frühstückstreff nicht als kein reinen Single-Event: „Natürlich schaut man sich hier auch mal um, aber darum geht es eigentlich nicht.“ Es kämen auch Frauen, die eine neue Freundin zum Weggehen suchen, manchmal seien auch Paare dabei, die ihren Freundeskreis erweitern wollen. Und genau diese Atmosphäre macht für Viele den Unterschied: Man steht nicht unter Beobachtung oder unter Zugzwang, setzt sich nicht selbst unter Druck und kann ganz entspannt an die Sache und sein Frühstück herangehen.

Manche kommen lieber zu zweit

Der Treff sei auch keine eingeschworene Gemeinde: „Eigentlich sind immer andere Leute da“, ergänzt der 45-jährige Ralf. „Ich komme seit einem Jahr immer mal wieder her und habe nur selten jemanden zweimal gesehen. Man weiß eigentlich nie so genau, wer hier auf einen wartet.“ Auch an jenem Sonntag findet sich an dem langen Tisch eine bunte Mischung zusammen. Etwa die zwei gleichnamigen Freundinnen Daniela, 48 Jahre, und Daniela, 41 Jahre, mit dem Hund Pebbels: „Wir sind lieber zu zweit hergekommen; wenn es langweilig gewesen wäre, hätten wir einfach woanders noch einen Kaffee getrunken.“

„Viele, die zum ersten Mal herkommen, bringen eine Freundin mit“, schaltet sich die 39-jährige Susanne ein. Sie war vor zwei Jahren zum ersten Mal dabei. Die Gefahr, sich zu langweilen, sei sehr gering, findet sie. „Mir ist nur einmal passiert, dass keiner hier war, mit dem ich mich unterhalten konnte.“ Frühstücksbesucherin Heide muss schmunzeln. Sie ist Witwe, über 70 und hat sich zum zweiten Mal eingefunden. Nach dem Tod meines Mannes habe ich leider auch ein paar Freunde eingebüßt“, erzählt sie. Obwohl sie als älteste dabei ist–der Durchschnitt am Tisch liegt bei etwa 45 Jahren– fühlt sie sich wohl: „Ich habe durch die Zeitung hiervon erfahren. Da stand, der Treff sei gedacht für Junge und Junggebliebene. Ich fand, diese Beschreibung passt auf mich“, lacht sie und beißt herzhaft in ihr Lachsbrötchen.

Weitere Informationen zum Frühstückstreff gibt es im Internet

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