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Frankfurter Flughafen Krankenstand weiter hoch

Die neuen Dienstpläne lösen bei den Bodenverkehrsdiensten am Frankfurter Flughafen Verärgerung aus. Der Betriebsrat fordert den Flughafenbetreiber Fraport auf, die Pläne zurückzunehmen. Der hohe Krankenstand beim Personal droht, zu einem Dauerzustand zu werden.

Zwei Männer vom Bodenpersonal entladen ein Flugzeug. Foto: Andreas Arnold

Keine Besserung in Sicht: Der hohe Krankenstand bei den Bodenverkehrsdiensten (BVD) des Frankfurter Flughafens hat sich auch im August fortgesetzt und droht zum Dauerzustand zu werden. Wie berichtet, sind ehemalige BVD-Mitarbeiter freiwillig vom Schreibtisch aufs Vorfeld zurückgekehrt. „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte die Betriebsratsvorsitzende des Flughafen-Betreibers Fraport, Claudia Amier, am Dienstag auf Anfrage. „Wir sind höchst unzufrieden.“ Der Betriebsrat habe den Arbeitgeber aufgefordert, zu klären, wie es zu diesem hohen Krankenstand kommen konnte, und ihn aufgefordert, die neuen Dienstpläne, die für großen Unmut gesorgt haben, zurückzunehmen.

Mit dem Sommerflugplan hatte der Arbeitgeber gegen den Willen des Betriebsrats neue Dienstpläne eingeführt. Nach sechs Arbeitstagen stehen nun zwei freie Tage auf dem Plan. Zuvor hatte es über Jahrzehnte hinweg einen anderen Arbeitsrhythmus gegeben: Nach sieben Tagen Arbeit gab es einmal drei, nach den nächsten sieben Arbeitstagen vier freie Tage. Darauf hätten sich die Beschäftigten auch in ihrem privaten Umfeld eingestellt, sagte Amier.

Harte Arbeit

Der Krankenstand sei hochgegangen, seitdem es mit den neuen Dienstplänen „weniger Tage der Erholung“ gebe. Auch könne sie nicht ausschließen, dass es zu „motivationsbedingten Fehlzeiten“ gekommen sei. „Viele sind zum Arzt gegangen“, erklärte ein anderes Mitglied des Arbeitnehmer-Gremiums, das nicht genannt werden möchte. Nach Angaben dieses Betriebsrats geht es auch um finanzielle Einbußen. Außerdem werde die Belegschaft älter und die Arbeit sei hart.

Zuletzt hatte der Krankenstand über zwölf Prozent, in einigen Bereichen bis zu 37 Prozent betragen – und das in der verkehrsreichsten Zeit des Jahres. So wurden an einem Ferien-Samstag über 200.000 Passagiere gezählt und über 113.000 Abfluggepäck-stücke verladen. Die Bodenverkehrsdienste sind aber nicht nur für das Befördern und Verladen von Gepäck zuständig, sondern auch für alle Dienstleistungen rund ums Flugzeug, etwa das Betanken mit Wasser.

Für die Passagiere ist es nach Angaben von Fraport-Sprecher Jörg Machacek zu keinen spürbaren Einschränkungen gekommen. Es sei kein Flug ausgefallen. Vereinzelt hätten Fahrgäste wegen des hohen Krankenstands etwas länger auf ihr Gepäck warten müssen.

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