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Frankfurter Flughafen Grüne OB-Kandidatin fordert Rückbau der Landebahn

Die OB-Kandidatin der Frankfurter Grünen, Rosemarie Heilig, setzt darauf, dass die neu eröffnete Piste des Rhein-Main-Flughafens wieder geschlossen werden kann. Die Gesundheit der Menschen habe Vorrang.

Flugzeug über Flörsheim. Ein Mikrofon misst den Lärm. Foto: dpa

Im Gespräch mit FR sagte die 55-jährige Heilig, eine neue Landesregierung solle auf dieses Ziel hinarbeiten, die neue Landebahn wieder zu schließen. Zur Begründung verwies die Grüne, die am 2. Februar auch als Frankfurter Umweltdezernentin gekürt werden will, auf die hohe Lärmbelastung in einzelnen Quartieren nach Eröffnung der Landebahn. Wenn man zu dem Ergebnis komme, dass in Sachsenhausen, Oberrad oder auch Teilen von Offenbach nicht mehr gut gewohnt werden könne, „dann muss die Landesregierung begreifen, dass sie mit dieser Landebahn zu weit gegangen ist“, erklärte die OB-Bewerberin.

Heilig: Rückbau wird "nicht einfach"

Im Jahr 2013 wird ein neuer Hessischer Landtag gewählt. Man müsse dann Wege suchen, wie man diese Entscheidung, die Landebahn zu betreiben, „wieder zurücknehmen“ könne. Heilig machte allerdings auch deutlich, dass der Weg zum Rückbau der Landebahn „nicht einfach“ werde, wenn das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bei seiner im Frühjahr erwarteten Entscheidung den Planfeststellungsbeschluss bestätige. Die Gesundheit der Menschen bleibe aber wichtiger als die Gewinne der Fluggesellschaften und der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport, sagte die Grüne.

SPD-Bewerber fordert nur ein Nachtflugverbot.

Heilig ist damit die erste der OB-Bewerber der drei großen Parteien CDU, SPD und Grüne, die für eine Schließung der Landebahn und deren Rückbau eintritt. Der OB-Kandidat der Sozialdemokraten, Peter Feldmann, verlangt bisher nur ein konsequentes Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Außerdem müssten die Anflugrouten der Maschinen so verändert werden, dass sie mehr Menschen vom Lärm verschonten. Der Sozialdemokrat tritt auch dafür ein, Frachtflüge von Frankfurt zum Flughafen Hahn im Hunsrück zu verlagern, in eine „eher strukturschwache Region“, wie er sagt.

Das wiederum lehnt die Grüne Heilig ab. Sie hält es stattdessen für erforderlich, dass Fliegen insgesamt teurer wird. „Die heutigen Preise sagen nicht die Wahrheit“, erklärt sie im FR-Interview. Deshalb müsse „das Zeitalter der Billig-Flieger“ vorbei sein.

Der OB-Bewerber der CDU, der hessische Innenminister Boris Rhein, hatte sich kurz vor Weihnachten ebenfalls überraschend für ein konsequentes Nachtflugverbot eingesetzt. Zugleich unterstützte er aber auch das Bestreben der schwarz-gelben Landesregierung, einzelne Nachtflüge zu erlauben. Rhein wie Feldmann betonen, dass sie sich nicht als grundsätzliche Feinde des Rhein-Main-Flughafens verstehen. Auch Heilig sieht sich weder als „Technikfeindin“ noch als prinzipielle Gegnerin des Airports.

Indessen berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, dass die neue Landebahn offenbar sehr viel häufiger angeflogen wird, als es unbedingt nötig wäre. Ein Grund dafür sei die vom hessischen Verkehrsministerium vorgegebene, starre Einteilung der vier Frankfurter Pisten in Start- und Landebahnen. Piloten erzählten, dass ihnen in verkehrsarmen Zeiten von Fluglotsen sogar angeboten werde, die Landebahn frei zu wählen. Etliche entschieden sich dann für die neue Nordwest-Landebahn.
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) sagt dazu, ihr gehe es vorrangig um eine sichere, reibungslose Abwicklung des Verkehrs. Hier sei die neue Bahn eine gleichwertige Alternative zur alten Landepiste „Two-Five-Left“.

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