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Frankfurter Buchmesse Warnung vor rechten Provokationen auf der Buchmesse

Im vergangenen Jahr gelang es rechten Akteuren, die Frankfurter Buchmesse für sich zu nutzen. Die Amadeu Antonio Stiftung warnt davor, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

Buchmesse Frankfurt
Protest gegen Rassismus und rechtes Gedankengut 2017. Foto: Boris Roessler

Kurz vor Beginn der Frankfurter Buchmesse hat die Amadeu-Antonio-Stiftung die Öffentlichkeit davor gewarnt, der extremen Rechten auf der Schau erneut eine Bühne zu bieten. Der neurechte Antaios-Verlag und andere Akteure hätten im vergangenen Jahr eine „gelungene Inszenierung“ hinbekommen, sagte Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Stiftung, in Frankfurt. Durch Provokationen, die zu teils tumultartigen Szenen geführt hätten, hätten Rechte sich „als Opfer der Einschränkung der Meinungsfreiheit“ darstellen können, so Reinfrank. Viele Medien hätten diese Erzählung leider bedient. Rechtsradikale Akteure, unter ihnen auch bekannte Neonazis, hätten auf der Buchmesse einen „Angstraum“ geschaffen und Mitarbeiter seiner Stiftung bedroht.

Der Jenaer Soziologe Matthias Quent sagte, das „Schaulaufen“ rechter Akteure vom AfD-Politiker Björn Höcke über die rechtsextreme „Identitäre Bewegung“ bis hin zu Neonazis auf der Buchmesse habe den politischen Schulterschluss vorweggenommen, der in den vergangenen Wochen etwa in Chemnitz zu beobachten gewesen sei. Die Strategie, Aggression als Widerstand gegen angebliche Ausgrenzung zu legitimieren, sei auch in Frankfurt aufgegangen. Anstatt die gezielte Provokation einer liberalen Öffentlichkeit durch Rechtsradikale zu thematisieren, hätten viele Journalisten die Ereignisse als Auseinandersetzungen zwischen Rechts- und Linksextremisten missverstanden.

Katja Böhne, Pressesprecherin der Buchmesse, sagte, man sei von den Auseinandersetzungen im vergangenen Jahr „überrannt und überrascht“ gewesen. „Da waren wir nicht gut vorbereitet“, räumte Böhne ein. In diesem Jahr lägen die Stände rechter Verlage bewusst nah beieinander, es gebe zudem ein besseres Sicherheitskonzept. Bislang hätten sich lediglich zwei Verlage aus dem rechten Spektrum angekündigt, Manuscriptum und der Verlag der neurechten „Jungen Freiheit“, sagte Böhne. Generell bleibe die Buchmesse bei ihrer traditionellen Linie, Inhalte von Verlagen nicht zu bewerten.

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