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Frankfurter Buchmesse Neuseeland auf der Buchmesse

Geschichten vom Alltag der Maoris, Bilder vom Inselstaat abseits der Tourismus-Magneten: Neuseeland präsentiert sich als Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und zeigt, was das Land zu bieten hat.

Spektakuläre Landschaft im Norden der Südinsel Neuseelands: der Blick auf den Lake Roititi. Foto: Istock

Gegen die brodelnde Geräuschkulisse einer Buchmesse anzukommen, ist nicht einfach. Viele Autoren, Verleger, Künstler kämpfen in den Hallen der Leipziger Frühjahrs-Bücherschau darum, sich verständlich zu machen, sich zu behaupten im Überangebot. Alan Duff schlägt die Zuhörer rasch in seinen Bann. Der Sohn einer Maori und eines Europäers erzählt an dem Stand der Frankfurter Buchmesse in Leipzig von seiner Jugend, „in der ich oft das Gefühl hatte, dass ich zur Party nicht eingeladen bin“.

Im Alter von 13 Jahren kommt er zum ersten Mal ins Gefängnis – „dort lernst du, für dich selbst einzutreten“ –, wird schließlich von seiner gewalttätigen Mutter getrennt, in ein Erziehungsheim gebracht. Heute ist der 61-Jährige ein Schriftsteller von Weltrang, ein literarischer Botschafter seiner Heimat Neuseeland. „Für mich wurde es zum Vorteil, benachteiligt zu sein – es hat ein gutes Ende genommen.“

"Keiner weiß was über Neuseeland"

In Leipzig wirbt Duff für den Auftritt seines Landes als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, die vom 10. bis zum 14. Oktober stattfindet. „Es weiß keiner etwas über Neuseeland“, sagt Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse: „Das wollen wir ändern.“

Nicht nur Duff, der 1990 mit seinem Roman „Once were Warriors“ über den schwierigen Alltag einer Maori-Familie die literarische Weltbühne betrat, wird nach Frankfurt kommen. Autoren wie Kyle Mewburn mit seinen Kinderbüchern, Elizabeth Knox („Der Engel mit den dunklen Flügeln“), Paddy Richardson mit ihren Thrillern („Komm, spiel mit mir“), Paul Cleave und Barbara Ewing wollen im Herbst am Main präsent sein. Die in Kassel geborene Fotografin Antonia Steeg präsentiert ihre Bilder. Bisher, daran lässt Peter Rider, Neuseelands Botschafter in Berlin, keinen Zweifel, nehmen die Deutschen den Inselstaat vor allem als Tourismus-Ziel wahr. „60.000 bis 70.000 Deutsche kommen im Jahr zu uns, viele junge Menschen sind darunter.“ Die Frankfurter Buchmesse bedeutet die Chance, die Kulturnation Neuseeland mit ihren 4,4 Millionen Menschen zu präsentieren. „Wir sind ein multikulturelles Land, mit Wurzeln bei Maori, in Europa, im asiatischen Raum“, so Kevin Chapman, Präsident des neuseeländischen Verlegerverbands.

Millionen Bücher für Maori

Maori, die Sprache der polynesischstämmigen Ureinwohner, ist zwar offiziell neben Englisch die zweite Amtssprache, spielt aber bei den Buchveröffentlichungen nur eine untergeordnete Rolle. Autor Alan Duff engagiert sich sehr für benachteiligte Kinder: Zehn Millionen Bücher sind bisher mit seiner Unterstützung an Familien verteilt worden.

In Herbst wird es in Frankfurt nicht nur Literatur aus Neuseeland geben. Ein Anziehungspunkt verspricht das kulinarische Festival „New Zealand is Cooking“ zu werden. Die besten neuseeländischen Köche präsentieren ihre Küche – im Zentrum steht das Restaurant „Margarete“ im Haus des Buches an der Braubachstraße, es gibt aber auch Koch-Shows und Dinner-Events an anderen Orten, mit Neuseelandhirsch, Austern und erlesenen Weinen. Zum Kulturprogramm während der Herbstbuchmesse gehören Musik, bildende Kunst und Tanz. Neuseelands führende Dancecompany Black Grace ist schon auf Tournee durch Deutschland.

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